Österreich verschärft Kontrollen an den östlichen Grenzen

Die österreichischen Behörden suchen an den östlichen Grenzübergängen gezielt nach Schleppern. Die verstärkten Kontrollen zeigen bereits Wirkung.

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Österreich verstärkt seine Strassen-Kontrollen

1:10 min, aus Tagesschau am Mittag vom 31.8.2015

Österreich hat die Kontrollen an seinen östlichen Grenzen verschärft. «Seit gestern haben wir die Schlagzahl im Kampf gegen die Schlepperei weiter erhöht, in dem wir intensive Kontrolle vornehmen entlang der Grenze im grenznahen Raum.», sagte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner.

Die Kontrollen würden auf unbestimmte Zeit durchgeführt. Es werde gezielt nach Schmuggler-Fahrzeugen Ausschau gehalten. Mikl-Leitner: «Es handelt sich nicht um Grenzkontrollen, sondern um intensive Fahndungsmassnahmen im grenznahen Bereich.» Das Schengen-Abkommen werde nicht verletzt.

Ziel der verschärften Kontrollen sei es, den Schleppern klar zu signalisieren, dass sie strengstens kontrolliert würden – und in Österreich hinter Gitter landen. Die Aktion sei mit Deutschland, Ungarn und der Slowakei abgestimmt, so Mikl-Leitner weiter. 54 Beamte stünden für den Einsatz rund um die Uhr im Einsatz.

Mikl-Leitner zu den Massnahmen an den Grenzen

1:19 min, vom 31.8.2015

200 Flüchtlinge entdeckt

Die Kontrollen zeigen bereits Wirkung. Laut Polizei wurden an der Grenze zu Ungarn seit Sonntag fünf mutmassliche Schlepper und mehr als 200 Flüchtlinge aufgegriffen. Die Flüchtlinge seien sofort versorgt worden und befänden sich in Sicherheit, sagte die Innenministerin.

In Ungarn führten die Kontrollen am Morgen zu einem langen Stau auf der Autobahn M1 in Richtung Österreich. Der Verkehr staute sich auf rund 25 Kilometern. Hierzu sagte Mikl-Leitner an einer Pressekonferenz: «Wenn man Menschenleben retten will, müssen wir Staus und Behinderungen in Kauf nehmen.»

Menschen kommen über die Balkan-Route

Auf ihrer Flucht nach Nord- und Westeuropa nehmen viele Menschen die sogenannte Balkan-Route über Mazedonien, Serbien und Ungarn weiter nach Österreich und Deutschland.

Entlang dieser Strecke hatten die österreichischen Behörden am Donnerstag auf dem Pannenstreifen einer österreichischen Autobahn ein Schlepper-Lkw nahe der ungarischen Grenze mit 71 toten Flüchtlinge entdeckt. Im Zuge der Ermittlungen wurden bis Sonntag fünf mutmassliche Schlepper festgenommen.

Zudem stoppte die Polizei am Freitag kurz vor der deutschen Grenze einen Schleuser-Laster mit 26 Menschen. Im stickigen Laderaum waren drei stark dehydrierte Kleinkinder bereits dem Tode nahe.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Ungarn will zweiten Grenzzaun

    Aus Tagesschau vom 30.8.2015

    Der 175 Kilometer lange, umstrittene Grenzzaun in Ungarn wurde fertiggebaut. Nun soll ein zweiter Zaun dazugebaut werden. Das soll die Flüchtlinge abschrecken, die zu Tausenden an der Südgrenze eintreffen und in ein Auffanglager geschickt werden.

  • Kein Anstieg der Asylgesuche in der Schweiz

    Aus Tagesschau vom 30.8.2015

    Die Flüchtlingswelle ist zurzeit sehr gross. Auch in der Schweiz ist die Lage angespannt – mit einem Anstieg der Asylgesuche rechnet das Staatssekretariat für Migration im Moment nicht. Ein Grund dafür ist die Route, welche die Flüchtlinge wählen. Seit vergangenem Juni steht die Balkan- Route im Fokus – die Schweiz liegt nicht an dieser Route.

  • Wo Flüchtlinge auftauchen, sind Schlepper nicht weit

    Aus Tagesschau vom 28.8.2015

    Entlang aller Flüchtlingsrouten in Richtung Europa treiben Schlepper ihr Unwesen, um aus Hoffnung schonungslos Profit zu schlagen. An der Grenze zwischen Serbien und Ungarn hat sich Sonderkorrespondent Marcel Anderwert den Schleppern an die Fersen geheftet.