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International Österreicher wollen keine Berufsarmee

Die Wehrpflicht in Österreich bleibt. Knapp 60 Prozent der Stimmberechtigten votierten bei einer Volksabstimmung für das bisherige Modell. Die regierenden Sozialdemokraten hatten für die Einführung der Berufsarmee geworben.

Mit einer breiten Mehrheit haben sich die Österreicher bei einem Referendum für die Beibehaltung von Wehrpflicht und Zivildienst ausgesprochen. Am Sonntag stimmten laut offiziellen Angaben des Innenministeriums 59,8 Prozent für das bestehende System.

Legende: Video SRF-Korrespondent Pascal Kraus über das Votum der Österreicher abspielen. Laufzeit 01:32 Minuten.
Aus Tagesschau vom 20.01.2013.

Insgesamt gaben die Hälfte der 6,3 Millionen Stimmberechtigten ihr Votum ab. Damit war die Wahlbeteiligung bei der ersten bundesweiten Volksbefragung deutlich höher als erwartet.

Das Ergebnis des Referendums ist für die Regierung rechtlich nicht bindend. Sie verpflichtete sich jedoch vor der Abstimmung, das Ergebnis trotzdem umzusetzen. Nun steigt der Druck auf die sozialdemokratische Kanzlerpartei SPÖ, die für die Einführung einer Berufsarmee und eines freiwilligen Sozialjahres geworben hatte. Diesem Anliegen schlossen sich auch die Grünen an, aber nur 40,2 Prozent der Österreicher.

SPÖ gegen ÖVP

Im Gegensatz zur sozialdemokratischen SPÖ setzte sich die konservative ÖVP für die Wehrpflicht ein. Das Votum der Österreicher für die Wehrpflicht ist für den ÖVP-Generalsekretär eine «Entscheidung für Sicherheit und gegen ein teures Experiment». Dies berichtete das ORF.

«Die Volksbefragung hat nichts mit den Wahlen zu tun», meinte hingegen der SPÖ-Bundesgeschäftsführer auf die Frage, was das für den Start in das Wahljahr bedeute.

Schweiz ebenfalls vor Abstimmung

Auch der Schweiz steht bald eine Abstimmung über die Abschaffung der Wehrpflicht bevor. Die Initiative der Gruppe Schweiz ohne Armee (GSoA) könnte in der zweiten Jahreshälfte 2013 vors Volk kommen. Die Wehrpflicht sollte dem Willen der Initianten zufolge durch einen freiwilligen Zivildienst ersetzt werden.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Soyer, Wien
    Hauptgrund für die heutige Entscheidung war die Sorge um den dadurch ebenfalls wegfallenden Zivildienst, der für die Blaulichtorganisationen billige Arbeitskräfte bringt. Weiters die Lage Österreichs als Alpenstaat, der von diversen Naturkatastrophen (Lawinen, Muren, Hochwasser) bedroht ist und dort entsprechende Mannstärken benötigt, die bei einer teuren Berufsarmee nicht gewährleistet wären. Und die Sorge, dass man uns nach Einführung eines Berufsheeres über die Hintertür in die NAT...
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  • Kommentar von Erich Vogel, Erlenbach
    Die Österreicher sind so blöd wie wir. Wir sollten uns zusammentun.
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    1. Antwort von Martin Bracher, Bern
      Interessant, wenn das Volk anders entscheidet als es die Linke will, ist es also dumm!!
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    2. Antwort von Lucas Kunz, Sallneck
      Herr Bracher, Sie haben offensichtlich den Kommentar Erich Vogels nicht verstanden!
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Ich will nicht bös sein, aber nach dem, was ich über die Armee unserer östlichen Nachbarn erfahren habe, kann sie als wirkliche Kampftruppe nicht ernst genommen werden, woran auch die an sich lobenswerten UNO-Einsätze nichts ändern. Im Vergleich zu vielen anderen Armeen und sogar zur Schweizer Armee sind sie im besten Fall eine gut ausrüstete Pfadfinder-Truppe. Vielleicht auch deshalb ist sie bei der Bevölkerung noch viel mehr verankert als bei uns, weil sie diese Limiten klar sieht.
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