Österreichische UNO-Soldaten verlassen Golanhöhen

Österreich hat mit dem Abzug seiner UNO-Soldaten von den Golanhöhen begonnen. Die Massnahme erfolgt wegen zunehmender Gefährdung durch den syrischen Bürgerkrieg. Das Land stellte das grösste Kontingent in der Grenzregion zwischen Israel und Syrien.

Österreichische UNO-Soldaten auf einem Wachturm in den Golanhöhen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Österreich zieht seine UNO-Soldaten aus den Golanhöhen ab. Begründung: Gefährdung durch den syrischen Bürgerkrieg. Reuters

Österreich hat mit dem Abzug seiner Blauhelmsoldaten von den Golanhöhen begonnen. Eine erste Gruppe von 20 Soldaten der UNO-Mission passierte am Morgen den Kontrollposten Kuneitra. Der Posten befindet sich an der Waffenstillstandslinie zwischen Syrien und der von Israel besetzten Seite der Golanhöhen.

Die Regierung in Wien hatte den Abzug der 380 Soldaten am 6. Juni bekanntgegeben und mit der zunehmenden Gefährdung durch den syrischen Bürgerkrieg begründet. Die UNO-Beobachtertruppe für Truppenentflechtung (UNDOF) überwacht seit dem Jahr 1974 die Waffenstillstandslinie zwischen den von Israel besetzten Golanhöhen und Syrien.

Österreich stellte grösstes Kontingent

Von Anfang an war Österreich dabei und stellte zuletzt so viele Soldaten wie kein anderes Land. Die wichtigsten UNDOF-Truppensteller sind nun die Philippinen und Indien. Vor Österreich hatten bereits Kanada, Japan und im März auch Kroatien ihre Soldaten abgezogen, wodurch die Truppenstärke auf 900 bis 1000 Soldaten zurückging.

Vergangene Woche hatten die Vereinten Nationen ein russisches Angebot für eine Beteiligung an dem UNDOF-Einsatz aus formellen Gründen abgelehnt. Moskau kritisierte die Ablehnung russischer Blauhelme daraufhin als Zeichen veralteter Politik.