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International Opferzahl in Nepal steigt auf über 7000

Acht Tage nach dem Erdbeben in Nepal fehlt es an Wasser, Nahrungsmitteln und Zelten. Millionen Menschen schlafen unter freiem Himmel. Die Zeit drängt: Die Regenzeit beginnt bald. Die Zahl der Toten ist nach neuesten Angaben auf 7'040 gestiegen. Über 14'000 wurden verletzt.

«Wir brauchen Hilfe, Wasser, Essen», steht auf Plakaten an einer Hausmauer in Bhaktapur. (reuters)
Legende: Die Zeit drängt in Nepal: Die Menschen brauchen dringend Essen und Wasser. und vor der Regenzeit ein Obdach. Reuters
  • Die Zahl der Toten ist auf 7040 angestiegen
  • Mindestens 14'123 Menschen wurden verletzt
  • Viele der 28 Millionen Nepalesen sind ohne Obdach
  • Es fehlt an Zelten, Wasser, Nahrungsmitteln und Medikamenten
  • Die Regenzeit beginnt in wenigen Wochen.

Nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal haben die Behörden 7040 Tote registriert. Mindestens 14‘123 Menschen wurden verletzt. Es wird weiter damit gerechnet, dass die Zahl der Toten ansteigt.

In einer entlegenen Bergregion, in der sich mehrere Schneelawinen gelöst hatten, seien am Samstag 50 Leichen entdeckt worden, sagte der zuständige Vize-Polizeipräsident für die Rasuwa-Region. Darunter seien drei ausländische Bergsteiger, die noch nicht identifiziert wurden.

Die Zeit drängt

Allein in dieser Gegend würden noch 200 Menschen vermisst. Laut einem hochrangigen Beamten ist es derzeit aufgrund von starkem Regen nicht möglich, dass Rettungskräfte und Helfer dorthin gelangten.

Seit dem verheerenden Himalaya-Erdbeben ist mehr als eine Woche vergangen. Viele der 28 Millionen Nepalesen müssen weiter unter freiem Himmel schlafen. Sie benötigen mindestens zwei Millionen Zelte, Wasser, Nahrungsmittel und Medikamente in den kommenden drei Monaten. Das teilte das UNO-Büro für Katastrophenhilfe (Ocha) mit. Die Zeit drängt: Die Regenzeit beginnt in wenigen Wochen.

In den am schwersten betroffenen Distrikten Gorkha und Sindupalchowk seien bis zu 90 Prozent der Häuser, die meist aus Lehm und Steinen bestehen, zerstört worden. In anderen Distrikten seien es 80 Prozent.

Die UNO-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos forderte Nepal zudem auf, die Zollkontrollen am Flughafen von Kathmandu zu lockern, da diese die Verteilung von Hilfsgütern verzögerten.

Aufräumen am Mount Everest

Am Mount Everest haben sich nach der verheerenden Lawine quasi alle Expeditionsteams zurückgezogen. Wer noch am Berg sei, packe in den kommenden Tagen zusammen, sagte der belgische Bergsteiger Damien François vor Ort.

Das Lager sehe durch die Lawine aus «wie nach einem Tsunami». Derzeit räumten die wenigen verbliebenen Bergsteiger und ein Team der indischen Armee die Überreste zusammen, die durch die Druckwelle bis zu einen Kilometer weit geschleudert wurden.

Bei dem Erdbeben hatten sich im Mount-Everest-Massiv zahlreiche Lawinen gelöst. Dabei kamen mindestens 18 Menschen ums Leben.

Die Regierung Nepals erklärte zunächst, den Berg von der Südseite nicht schliessen zu wollen. China hingegen hatte schnell alle Klettertouren auf der Nordseite während der Frühlingssaison verboten.

Spendenaufruf

Logo und Schriftzug der Glückskette

Die Glückskette ruft zu Spenden für die Erdbebenopfer in Nepal auf: Postkonto 10-15000-6 oder auf www.glueckskette.ch mit dem Vermerk «Nepal» oder mittels der Swiss-Solidarity-App.

Rettung nach acht Tagen

Wider alle Erwartungen sind im Distrikt Sindhupalchowk acht Tage nach dem Erdbeben nochmals drei Menschen aus den Trümmern geborgen worden. Zwei Frauen hätten unter den Überresten ihres Lehmhauses gelegen, bestätigte das nepalesische Innenministerium. Ein Mann sei in der Nähe von einem Erdrutsch erfasst und begraben worden.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von C. Szabo, Thal
    Jetzt kommt die Phase, wo Führungspersonen die nötigen Arbeiten an Spezialisten delegieren sollten. Medziner sind gefragt, die auch unter ungünstigen Bedingungen zurechtkommen. Chinesen und Inder haben eine Heilkunde, die nah am Menschen praktiziert. Um weit entfernten Opfern mit schweren Gerät zu helfen, sind gute Facharbeiter für Strassen nötig. Die Versorgung mit Wasser und Nahrung scheint das "kleinste" Problem zu sein. Witterungsfeste Unterkünfte für Obdachlose wären ein moralischer Beginn.
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    1. Antwort von Christa Wüstner, Reinach
      Wasser ist das grösste Problem ! ! Und nicht das kleinste. Ohne Wasser kein Überleben nach 3-4 Tagen.
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    2. Antwort von C. Szabo, Thal
      @C. Wüstner: Damit wollte ich ausdrücken, dass das Problem Wasser am schnellsten gelöst werden kann. Nepal ist wasserreich. Das Wasser muss nur aufbereitet werden. Die grossen Rettungsteams haben immer Aufbereitungs-Anlagen in ihrer Ausrüstung dabei. Generatoren für den Betrieb gibt auch, zumindest in den grösseren Orten (laut meiner Kenntnis).
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  • Kommentar von Peter Stadler, Schwarzenbach
    Gibt es ein Organisation für Hilfecors die zusammen arbeiten? Schon vor den Katastrophen müsste ein Kordination für Hilfe zusammen geplant werden - wer was macht. So strömt jeder Organisation für sich in die Läder der Katastrophe. Chaos ist da vorprogrammiert. Diejenigen die als Erste kommen sind überfordert, da sie alles gleichzeitig bewältigen müssen und bei sovielen Opfern unmöglich. Nach und nach kommen dann die Anderen. Bis die Übersicht gewährleistet ist vergeht kostbare Zeit.
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    1. Antwort von Christa Wüstner, Reinach
      Deshalb finde ich, hat es die Schweiz sehr gut gemacht zuerst einmal sehen was ist zuerst nötig. Ich bewundere auch die Ärzte ohne Grenzen, die dem Durcheinander auf dem Flughafen ausgewichen sind und von Dehli aus gestartet sind. Es braucht halt eben ein paar Tage länger, deshalb ist eine Koordination, wie Sie schreiben, in den ersten Tagen so wichtig,!
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  • Kommentar von Peter Dürr, Münchwilen
    Die internationalen Hilfecors sollten sich besser und schneller cordinieren. Hilfe kommt immer erst nach 4-5 Tagen, dass ist zu spät. Die Hauptstädte erhalten immer als erste Hilfe, die abgelegenen Dörfer lässt man im Stich. Es gibt Helicopter die schnelle Hilfe auch in abgelegene Landteile bringen könnten. Kann man nicht landen, sollten sie aus der Luft Wasser, Medis und Nahrungmittel bringen. Erste Not lindern. Auch die Regierung von Nepal sollte die Bürokratie aus dem Spiel lassen.
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