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Bürgerkrieg in Syrien Opferzahl steigt nach Bombenanschlag auf Busse

Legende: Video Tödlicher Bombenanschlag auf Bus in Syrien abspielen. Laufzeit 00:38 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 15.04.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach dem Bombenanschlag auf Reisebusse in Syrien ist die Zahl der Toten nach Angaben von Aktivisten auf 126 gestiegen. Am Samstag war noch von 39 Opfern die Rede.
  • Rund die Hälfte der Todesopfer des Anschlags auf einen Buskonvoi in Syrien sind nach Angaben von Aktivisten Kinder.
  • Unter den Toten waren viele Menschen, die zuvor aus den belagerten Städten Fua und Kafraja evakuiert worden waren, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilt.
  • Die Busse hatten rund 5000 Menschen aus den von Rebellen belagerten Orten Fua und Kafraja gebracht. Sie sassen nahe Aleppo fest, weil sich die Regierungskräfte und Rebellen nicht einig wurden über den Abzug von Zivilisten und Kämpfern aus vier belagerten Orten.

Nach Angaben des staatlichen syrischen Fernsehens war es ein Selbstmordanschlang auf regierungstreue Schiiten. Der Sender machte «Terroristengruppen» für den Anschlag verantwortlich. Mit diesem Ausdruck belegen die staatlichen syrischen Medien unterschiedslos die verschiedensten bewaffneten oppositionellen Gruppen in Syrien.

Oppositionelle Aktivsten beschuldigten hingegen Anhänger der Regierung, für den Bombenanschlug verantwortlich zu sein.

Laut der oppositionsnahen Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Sohr) zündete der Attentäter in der von Rebellen kontrollierten Ortschaft Raschidin einen Sprengsatz.

Attentäter als Helfer getarnt

«Der Selbstmordattentäter sass am Steuer eines Transporters mit Lebensmittelhilfen», teilte die Sohr mit. Er habe den Sprengsatz in der Nähe der rund 75 Busse gezündet, die in Raschidin festsassen.

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP sah in Raschidin zahlreiche Todesopfer sowie eine grosse Zahl von Verletzten. Einige Leichen waren verbrannt, auch Kinder wurden getötet.

Bilder im Internet zeigten ausgebrannte Busse und Autos. Zahlreiche Leichen lagen auf der Strasse. Helfer versuchten, das Feuer zu löschen.

Stockende Evakuierungen

Die Evakuierung aus vier Städten war am Freitag nach mehrfachen Verzögerungen angelaufen, dann jedoch ins Stocken geraten. Nach Informationen von SOHR beschwerten sich die Aufständischen, dass bei der Evakuierung von Fua und Kafraja die im März getroffenen Vereinbarungen nicht eingehalten worden seien.

Aus Fua und Kafraja wurden 5000 Menschen evakuiert, die ursprüngliche Vereinbarung sah eine Zahl von 8000 Personen vor. Anstelle der vereinbarten Evakuierung von 2000 regierungstreuen Kämpfern verliessen zunächst nur 1300 die beiden Städte.

Weitere Busse stecken fest

Weitere 2200 Menschen, die aus den von Aufständischen kontrollierten Städten Madaja und Sabadani herausgeholt worden waren, stecken an einer Transitstelle in regierungstreuem Gebiet fest, wie eine Betroffener der Nachrichtenagentur AFP telefonisch berichtete.

Die Menschen verbrachten die Nacht auf Samstag in den Bussen, die in Ramusa feststeckten. Sowohl in Raschidin als auch in Ramusa verteilte die Hilfsorganisation Roter Halbmond Lebensmittel und Wasser.

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43 Kommentare

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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Nachdem sich der Ostblock auflöste glaubte man, dass sich jetzt eine lange Phase des Friedens in der Welt entwickelt. Aber was sich zur Zeit im Mittleren und im Nahen Osten entwickelt, kann schon richtig Angst bereiten. Vor allem kommt das nicht zur Ruhe. Der Libanon zum Beispiel war vor etwa 40 Jahren ein blühendes Land, auch genannt "die Schweiz des Nahen Ostens". Seither ist durch anhaltende religiös bedingte Konflikte ein Wiederaufbau nicht möglich.
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    1. Antwort von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
      2) Für viele Länder bestehen bereits Reisewarnungen, Tendenz steigend. Man kann nur hoffen, dass die Politik in Europa ihre Entscheidungen weitsichtig trifft.
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  • Kommentar von Cherubina Müller (Fabrikarbeiterin)
    Die westlichen Politiker und Medien weigern sich das Attentat zu verurteilen; aus dem einfachen Grund weil sie auf der Seite der Attentäter stehen. Die grösste syrische "Rebellengruppe" Tahrir al-Sham (Al-Qaida) hat am bereits am 11.März 2017 in Damaskus schiitische Zivilisten mit Bomben ermordet. Die Ermordung von regierungstreuen Flüchtlingen aus Fua / Kefraya wurde von Mitgliedern der Tahrir al-Sham öffentlich angekündigt; schon zuvor wurden Flüchtlingsbusse in Brand gesteckt.
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    1. Antwort von D. Schmidel (D. Schmidel)
      Die Einzigen die Ihnen zupunkten sind Verschwörer im Namen von RT.
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    2. Antwort von Cherubina Müller (Fabrikarbeiterin)
      Salzburger Nachrichten 15.03.2017; "Zwei Selbstmordanschläge in Damaskus mit Dutzenden Toten. Erst am vergangenen Wochenende starben bei einem Anschlag auf schiitische Pilger in Damaskus Aktivisten zufolge mindestens 74 Menschen. Die Al-Kaida-nahe Organisation Tahrir-al-Sham-Front (Ex-Al-Nusra-Front) reklamierte die Tat für sich."
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    3. Antwort von Cherubina Müller (Fabrikarbeiterin)
      Spiegel Online am 18.12.2016: Evakuierung in Syrien-Busse angegriffen und in Brand gesetzt-Anscheinend seien die Fahrzeuge am Sonntag von Unterstützern der dschihadistischen Gruppe Fatah al-Scham, einem Ableger des Terrornetzwerkes al-Qaida, angegriffen worden, sagte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte.
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    4. Antwort von Cherubina Müller (Fabrikarbeiterin)
      Zeit.de: Amnesty International-Syrische US-Verbündete an Kriegsverbrechen beteiligt-Entführungen, Folter und Hinrichtungen: Amnesty International hat die Gewaltexzesse syrischer Rebellen dokumentiert. Einige Gruppen werden auch von den USA unterstützt.
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  • Kommentar von D. Schmidel (D. Schmidel)
    Dieses Grauen hst zwei Namen, Asssd und Putin.
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