Opiumproduktion in Afghanistan stark angestiegen

2013 wurde in Afghanistan 5500 Tonnen Opium hergestellt. Das sind praktisch 50 Prozent mehr als im Vorjahr, wie die UNO mitteilte.

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Taliban mitverantwortlich

Zwischen dem Aufstand der Taliban und dem Anbau von Drogen gebe es weiterhin starke Verbindungen, berichtete UNODC. So habe die Anbaufläche in der südlichen Taliban-Hochburg Helmand seit ihrer Eroberung 2001 um 34 Prozent zugelegt. Helmand stelle damit inzwischen fast die Hälfte der landesweiten Anbaufläche für Schlafmohn.

Afghanistan ist seit Jahren der weltweit grösste Opiumproduzent. Die Anbaufläche für Schlafmohn, welcher für die Herstellung von Heroin benötigt wird, ist jetzt auf einen neuen Rekordwert angewachsen. Rund ein Jahr vor Ende des NATO-Kampfeinsatzes.

Neu messen die Flächen zusammen 2090 Quadratkilometer. Das sind 36 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das UNO-Büro zur Bekämpfung von Drogen und Kriminalität (UNODC) in Kabul mitteilte.

Anbaufläche so gross wie St. Gallen

Dabei handelt es sich um den höchsten Wert seit Beginn der UNO-Erhebung 1994. Die Fläche entspricht in etwa jener des Kantons St. Gallen. Nach UNODC-Angaben stellt Afghanistan inzwischen etwa 80 Prozent des weltweiten Opiums her. Aus Rohopium wird Heroin gewonnen.

Die Opiumproduktion habe verglichen mit 2012 um 49 Prozent auf 5500 Tonnen zugelegt, hiess es im jährlichen UNODC-Bericht zu Afghanistan. Das liege allerdings unter dem Rekordwert von 7400 Tonnen im Jahr 2007. Im Hauptanbaugebiet im umkämpften Süden habe in diesem Jahr schlechtes Wetter die Ernte beeinträchtigt.