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Britischer Wahlkampf Opposition nutzt Mays Abwesenheit

Legende: Audio TV-Debatte ohne Theresa May abspielen. Laufzeit 02:12 Minuten.
02:12 min, aus SRF 4 News aktuell vom 01.06.2017.
  • In Grossbritannien ist Wahlkampf – doch Premierministerin Theresa May bleibt der TV-Debatte fern.
  • Labour-Chef Jeremy Corbyn nutzt das Rampenlicht und verspricht mehr Unterstützung für 95 Prozent der Bevölkerung.
  • Ob er das Steuer bis am 8. Juni noch herumreissen kann? Die Umfragewerte für Labour jedenfalls steigen.

Die Themen soziale Gerechtigkeit, der Brexit und die Einwanderung erhitzen in Grossbritannien kurz vor der Parlamentswahl am 8. Juni die Gemüter. Auch die Finanzierung des öffentlichen Bereiches und die innere Sicherheit stehen im Fokus der politischen Diskussion.

Dies wurde in einer von der BBC produzierten TV-Debatte mit Vertretern der grossen Parteien deutlich. Dabei wurden vor allem die Sparpolitik der konservativen Regierung und die Abwesenheit von Premierministerin Theresa May kritisiert.

Corbyn bei einem Selfie mit einem Partei-Anhänger.
Legende: Labour-Chef Jeremy Corbyn kann laut Umfragen mit seinem sozialen Wahlprogramm zulegen. Reuters

Jeremy Corbyn blüht auf

Der Chef der Labour-Partei, Jeremy Corbyn, versprach eine Politik, die «der Masse und nicht nur wenigen Personen» dienen soll. Dazu gehören für den Chef der grössten Oppositionspartei unter anderem höhere Steuern für Reiche, um die restlichen 95 Prozent der Bevölkerung zu unterstützen. Das Geld will Corbyn für das Gesundheitswesen, die Bildung und die Erziehung einsetzen.

Zusammen mit den Vertretern der Liberaldemokraten, der Grünen, der Schottischen Nationalpartei SNP, der walisischen Plaid Cymru und der fremdenfeindlichen Ukip attackierte Corbyn vor allem die Sparpolitik der regierenden Tories. Einig waren sich die Oppositionsparteien auch, dass mehr Geld für die innere Sicherheit und die Polizei nötig sei. Die sei nicht zuletzt durch den Terroranschlag von Manchester deutlich geworden.

Corbyns Labour holt offenbar weiter auf

Das Rennen in der Unterhauswahl wird  immer enger: Laut der neusten Umfrage des Instituts YouGov liegen die Tories von Premierministerin Theresa May nur noch drei Prozentpunkte vor der oppositionellen Labour-Partei. Gemäss der Umfrage, die im Auftrag der «Times» gemacht wurde, kommen die Konservativen auf 42 Prozent, Labour auf 39 Prozent. Während Jeremy Corbyns Labour seit der letzten Umfrage vom 27. Mai drei Punkte zulegen konnte, verloren die Tories einen Punkt. Laut der Umfrage können die Liberaldemokraten mit sieben und die fremdenfeindliche Ukip mit vier Prozent rechnen. Gewählt wird am 8. Juni.
May spricht vor Menschen in einem grünen Blazer.
Legende: Können Theresa May und ihre Konservativen den Vorsprung über die Runden retten? Reuters

Mays Innenministerin in der Defensive

Innenministerin Amber Rudd, welche anstelle von Regierungschefin Theresa May in Cambridge erschienen war, geriet in die Defensive. Sie kritisierte Corbyns Sozialpläne als «Wunschliste».

Sie betonte, dass May die einzige sei, die in den bevorstehenden EU-Austrittsverhandlungen mit Brüssel das beste Ergebnis für Grossbritannien erzielen könne. Ihre sechs Widerparts monierten dabei einhellig, dass May ihre Position nicht persönlich an der TV-Debatte vertrat.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Peter Beutler (Peter Beutler)
    Würde Corbyn die Wahl tatsächlich gewinnen, wäre das eine Sensation. Wahrscheinlicher ist derzeit noch, dass die Konservativen eine hauchdünne absoluten Mehrheit schaffen. Aber es liegt durchaus drin, dass er - mit weniger Sitzen als die Konservativen - zusammen mit den sozialdemokratischen schottischen Nationalisten die Mehrheit bekommt und die Königin ihn, nachdem May bei der Regierungsbildung gescheitert ist, zum Premierminister ernennen muss. Zum Ärger von DRS-Korrespondent Martin Aliot.
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