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International Ost-Jerusalem: Palästinenser werden immer ärmer

Die Armut in Ost-Jerusalem wächst und wächst. Zu diesem Schluss kommt die UNO und kritisiert dabei Israel. Die israelische Politik habe die Palästinenser wirtschaftlich tiefgreifend isoliert, heisst es in einem Bericht.

Zementmauer in der Stadt Deir Sama.
Legende: Seit dem Bau der Sperrmauer hat die palästinensische Wirtschaft einen grossen Verlust erlitten. Keystone

Laut der UNO lebten 2010 mehr als 80 Prozent der palästinensischen Kinder in Ost-Jerusalem in Armut. Bei israelischen Kindern in Jerusalem waren es demnach 45 Prozent. Die UNO kritisiert: Die israelische Politik hat zu einer tiefgreifenden wirtschaftlichen Isolierung der Palästinenser geführt.

Die Wirtschaft Ost-Jerusalems sei weder in die palästinensische noch in die israelische Wirtschaft integriert, hiess es in einem in Genf veröffentlichten Bericht der UNO-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD). Die Armut in der palästinensischen Bevölkerung wachse seit zehn Jahren.

Palästinensische Wirtschaft mit Verlust

Schätzungen zufolge habe die palästinensische Wirtschaft seit dem Bau der israelischen Sperrmauer 2003 mehr als eine Milliarde Dollar direkte Verluste erlitten, erklärte die UNCTAD in ihrem Bericht weiter.

Die Autoren des Papiers kritisierten zudem den schlechteren rechtlichen Status der Palästinenser in Ost-Jerusalem: Sie würden gegenüber Israelis etwa bei der Suche nach einer Wohnung oder Arbeit sowie steuerlich benachteiligt.

Wut über Wohnungen für Siedler

Der geplante Bau von 300 Wohnungen für israelische Siedler im Westjordanland schürt die Wut der Palästinenser. Dem israelischen Rundfunk zufolge stimmte ein Planungsausschuss dem Bau der Wohnungen bei Ramallah zu. Das Projekt war bereits 2012 grundsätzlich genehmigt worden – im Gegenzug für die freiwillige Räumung eines Aussenpostens der Siedlung.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Diese Mauer hat zwar zum Rückgang der Selbstmordattentate beigetragen, aber es kann auf Dauer nicht nur auf Waffen gesetzt werden. Wenn z.B. auch die Geburtskirche in Bethlehem und Rachels Grabmal genauso wie die Klagemauer nur noch über strenge Kontrollen besucht werden können, stimmt einiges nicht mehr. Es müssen neue, auch geistige Wege gefunden werden. Die grösste Hoffnung sind die immer zahlreicher werdenden jüd. und arab. Christen, ihr Glaube wird noch Berge versetzen.
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    1. Antwort von Ai.Chai, Herisau
      ken - es scheint doch auch interessant und aufschlussreich zu sein, wenn man die Palästinenser selber fragt unter welcher Regierung sie lieber leben wollen. Unter einer palästinensischen oder unter einer israelischen Regierung. Die Palästinenser, die genau wissen, von welchen Ländern sie herkommen und stolz auf ihre Abstammung sind, arbeiten, studieren und leben gerne in Israel. Jedoch solange Hass bereits bei den Kindern gesät wird, wird leider auch die Ernte nicht anders aussehen.
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  • Kommentar von Nin Guna, Zürich
    Naja, dass die Mauer gebaut werden musste, ist eigentlich nur den Palästinensern zuzuschreiben. Dass das zwar eine effektive, aber keine angenehme Lösung ist, war bekannt. Da braucht sich jetzt niemand zu beklagen.
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