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International Ostukraine: Einigung auf Abzug schwerer Waffen

Rebellen und Regierungsparteien haben sich schriftlich auf den Abzug schwerer Waffen geeinigt. Derweil gelangen offenbar neue Panzerkolonnen aus Russland in die Ukraine.

Legende: Video Militärfahrzeuge bei Debalzewe (unkommentiert) abspielen. Laufzeit 0:40 Minuten.
Vom 22.02.2015.

Aufständische und Regierungseinheiten in der umkämpften Ostukraine haben sich schriftlich auf den Abzug schwerer Waffen geeinigt. Gleichzeitig fahren die Rebellen im Osten von Mariupol mit ihren Angriffen fort. Auch sollen neue Panzerkolonnen aus Russland nahe der ukrainischen Stadt Novoazovsk gesichtet worden sein.

Gemäss Christoph Wanner, SRF-Korrespondent in Donezk, wird es einige Tage dauern, bis die neue Lage beurteilt werden kann: «Tatsächlich soll jetzt mit dem Abzug der Artillerie von der Front bekgonnen und eine Pufferzone eingerichtet werden. Die beiden Kriegsparteien werden ihre schwere Artillerie 25 bis 70 Kilometer auf jeder Seite zurücknehmen müssen. Doch all das sind erst einmal Absichtserklärungen.»

Rebellen konzentrieren sich neu auf Mariupol

Legende: Video SRF-Korrespondent Christoph Wanner zur Lage in der Ostukraine abspielen. Laufzeit 2:45 Minuten.
Aus Tagesschau vom 22.02.2015.

Wie Wanner erklärt, könnte die Hafestadt Mariupol in nächster Zeit wieder verstärkt in den Fokus der Separatisten rücken: «Es heisst immer wieder, dass die Separatisten jetzt ihre Kräfte auf Mariupol konzentrieren und dabei auch Unterstützung aus Russland bekommen. Moskau dementiert dies, aber in Mariupol gibt es mehr Bewegung seitens der Rebellen.»

Die Hafenstadt Mariupol ist Wanner zufolge von grosser strategischer Bedeutung für die Separatisten: «Mariupol liegt auf dem Weg zur Krim. Wenn die Rebellen Mariupol kontrollieren, dann können sie einen Landkorridor zur Krim schlagen. Diese ist im Moment ja in einer schwierigen Situation, weil es keine Landverbindung nach Russland gibt», so Wanner weiter.

Marsch der Würde Kiew

In der ukrainischen Hauptsadt Kiew hat am Sonntag ein «Marsch der Würde» in Erinnerung an die Opfer der prowestlichen Massenproteste vor einem Jahr begonnen. Damals wurden mehr als 100 Menschen getötet .

Bei einer Explosion während eines Gedenkmarsches in der ostukrainischen Stadt Charkow wurden diesen Sonntag mindestens drei Menschen getötet.

Teil des Friedensabkommens von Minsk

Der Abzug der Artillerie ist Teil eines Friedensabkommens, das die Konfliktparteien vergangene Woche in Minsk geschlossen hatten. Demnach sollte der auf zwei Wochen angelegte Schritt eigentlich bereits begonnen haben. Allerdings hatte auch ein Vorstoss der prorussischen Aufständischen auf die strategisch wichtige Stadt Debalzewe dies verhindert.

OSZE will Abzug prüfen

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) werde den Abzug prüfen, sagte Bassurin. «OSZE-Beobachter wollen stichprobenartig bestimmte Bezirke besuchen», meinte der Separatistensprecher.

Die Aufständischen kündigten nach dem Austausch von insgesamt fast 200 Gefangenen am Samstag einen weiteren solchen Schritt beider Seiten an. «Es wird in naher Zukunft stattfinden, vielleicht schon nächste Woche», sagte Separatistenführer Denis Puschilin. Einen Austausch «alle gegen alle» schloss er nicht aus.

103 Kommentare

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  • Kommentar von N.Belg, Luzern
    Christa Wüstner, ich möchte hier nicht in ihrem "Gesicht" eine Schiedsrichterin oder Anwältin von F:B sehen. Obwohl wie sie wünschen, das ist ihre Recht. Mir reicht die Zensur hier.
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    1. Antwort von Christa Wüstner, Reinach
      Ich muss für niemanden den Anwalt spielen. Ich finde nur Aussagen wie Russlandhasser von Ihnen absolut nicht gerechtfertigt, nur wenn man zu einem Thema mal eine andere Meinung hat. Und auch nicht jede andere Meinung muss mit Angriffen korrigiert werden. Es geht kein Kommentar durch, ohne sofort berichtigt zu werden
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    2. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      Frau Wüstner ist alles andere als meine "Anwältin", wir sind sehr oft nicht gleicher Meinung! Ich danke ihr an dieser Stelle, dass sie sich für mehr Fairness und weniger persönliche Angriffe einsetzt. Das hat etwas mit Gesprächskultur zu tun!
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    3. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      Soso, Frau Belg "nennt die Dinge so, wie sie sind"?? Glauben Sie wirklich, die alleinige Wahrheit für sich gepachtet zu haben, und leiten Sie wirklich daraus das Recht ab, andere Leute, die andere Meinungen vertreten, als "Lügner", "russophob" usw. zu beschimpfen?
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  • Kommentar von m.mitulla, wil
    Ich glaube, trotz harzigem Beginn des Waffenstillstandes werden sich die Parteien einigen können. Laut FAZ sieht Putin "Anzeichen von neuem Vertrauen zwischen Russland, Deutschland und Frankreich". Er sei an einem Krieg mit Europa nicht interessiert. Das wäre eine erfreuliche Entwicklung - unter der Voraussetzung, dass die USA und die ukrainische Führung sich nicht quer stellen. Die USA sind nämlich überhaupt nicht an einer Stärkung der Verbindung zw. Berlin und Moskau interessiert.
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    1. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      Der schlaue Putin versucht einen Keil zwischen die westliche Allianz zu treiben. Die noch schlauere Frau Merkel durchschaut so etwas :-) Der Westen ist ein sehr heterogenes Gebilde, aber wenn es drauf an kommt, hält er immer sehr gut zusammen! Wer jetzt wirklich Vertrauen schaffen will, soll seine Truppen zurückziehen und umfassende Grenzkontrollen zulassen!
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    2. Antwort von N.Belg, Luzern
      Ja F.B. Kiew muss seine Truppen zurück ziehen. Endlich eine Möglichkeit, dass sie vertrauenswürdig sind und wollen keine Marionetten der USA sein. Aber sie bekommen schon Waffen aus USA und werden nach der Provokationen wieder Offensive starten, leider. m.mitulla Danke für ihre tolle Kommentare!
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    3. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      Frau Belg, die Ukraine bekommt trotz inständiger Bitten keine Waffen von den USA! Wenn schon wären das Defensivwaffen, aber nicht einmal das. Mit ein bisschen altem "Schrott" ist gegen hochgerüstete Separatisten an eine Offensive nicht zu denken, die kurz vor "Minsk 2" gestartete Separatisten-Offensive sowie der Kampf um Debalzewe haben überdeutlich gezeigt, wie dramatisch sich die Kräfteverhältnisse verschoben haben. Hören Sie doch auf, "verkehrte Welt" zu spielen!
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    4. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Eben in Nachrichten vermeldet, sind es aber die Separatisten, welche jetzt ihre schweren Waffen zurück ziehen. Sie halten sich also ans Abkommen! Und betreffend "hochgerüstet" befürchtet Amerika gerade das, dass wenn sie liefern, die Russen dann auch modernste Waffen an die Separatisten liefern. Gab es kürzlich einen Bericht darüber. Und Fakt ist, dass Amerika wieder einen Keil zwischen Ost,- West-Europa treibt. Die Gründe mögen vielseitig sein. Ihnen kommt ein neuer Kalter Krieg sehr entgegen.
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    5. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      E.Waeden, warten wir ab, was WIRKLICH passiert! Sagen kann man viel, aber dann machen und erst noch Kontrollen zulassen? Es wäre ja zu schön, um wahr zu sein.... Bestreiten Sie etwa, dass es ein krasses Ungleichgewicht zwischen den Möglichkeiten der Separatisten und der Regierungskräfte gibt? Überlegene Waffen wurden schon lange geliefert! Die USA werden sich von Putin nicht in diese Geschichte hineinziehen lassen, dieses Land hat es nicht nötig, nach Moskauer "Regie" zu "tanzen".
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    6. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      E.Waeden, auch die Regierung in Kiew will ihre schweren Waffen abziehen, sobald einmal für mindestens 24 Stunden Ruhe geherrscht hat. Davon konnte bisher vor allem im besonders sensiblen Bereich Mariupol keine Rede sein. Nach allem, was geschehen ist, darf man den Ukrainern ein gesundes Misstrauen nicht verdenken. Moderne russische Waffen sind schon lange im Spiel, wie anders liesse sich die plötzliche separatistische Überlegenheit erklären? USA: Behaupten kann man Vieles....
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  • Kommentar von Weber Jean-Claude, Zinal
    @belg und Konsorten: Lesen Sie doch bitte diesen Bericht: http://www.focus.de/politik/ausland/beschwerden-gehen-ein-zwingt-russland-seine-rekruten-zum-kampf-in-der-ukraine_id_4496116.html. Sicherlich werden Sie anschliessend immer noch behaupten, dass keine russ. Soldaten in der OUA kämpfen. Ich habe schon vor längerer Zeit ähnliche Berichte von unabhängigen russ. Reportern in der RF gelesen. Es ist also keine westl. Mär oder Propaganda, sondern Tatsache die stimmt!
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