Zum Inhalt springen

International OSZE: Nur wenige Ostukrainer zieht es nach Moskau

Der OSZE-Sondergesandte für die Ukraine bringt so etwas wie gute Nachrichten aus dem Osten des Landes. Nach Gesprächen hält Tim Guldimann ein ähnliches Szenario wie auf der Krim in naher Zukunft für unwahrscheinlich. Für eine Beobachtermission in der Ukraine muss dennoch weiter verhandelt werden.

OSZE-Sondergesandte für die Ukraine Tim Guldimann.
Legende: Im Osten der Ukraine vernimmt OSZE-Sondergesandte Guldimann grundsätzlich Zustimmung zu Missionen. Keystone

Nach einem Besuch im Osten der Ukraine hat sich der OSZE-Sondergesandte für die Ukraine zuversichtlich geäussert. Er halte es aufgrund seiner Gespräche für unwahrscheinlich, dass sich die Menschen im Osten des Landes dem russischen Nachbarn zuwenden möchten, sagte Tim Guldimann in Wien.

Keine Einigung über Beobachter-Mission

Mit Blick auf das Entsenden einer neuen Beobachtermission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) besuchte Guldimann drei Städte im Osten der Ukraine: Charkiw, Donezk und Luganska.

Er traf dabei Vertreter der Politik, darunter Parlamentarier und Stadtpräsidenten, sowie von Nichtregierungsorganisationen. «Eine Einigung über das Entsenden einer Mission wurde trotz intensiver Verhandlungen noch nicht erreicht», sagte Guldimann.

Legende: Video Tim Guldimann: Quote zu seinen Gesprächen in der Ostukraine (Englisch) abspielen. Laufzeit 0:50 Minuten.
Aus News-Clip vom 20.03.2014.

Föderalistische Wege zur Stabilisierung?

Seine Gesprächspartner hätten die Bedeutung der Integration in die Ukraine hervorgehoben, um ihre politische Arbeit fortzusetzen, sagte der Diplomat weiter. Zugleich hätten sie ihre engen wirtschaftlichen und auch familiären Beziehungen mit Russland betont.

Gemäss seinen Gesprächspartnern würde nur ein kleiner Teil der Bevölkerung vielleicht eine Angliederung an Russland befürworten. Eine Dezentralisierung der Ukraine hielten die Gesprächspartner aber für nötig, um die regionale Lage zu stabilisieren und die Wirtschaft sowie die Lebensbedingungen zu verbessern.

Neben einer Beobachtermission für die am 25. Mai geplante Präsidentschaftswahl wurde auch eine mögliche OSZE-Mission begrüsst, die sich mit der Frage der Minderheiten und der Menschenrechte befasst.

Auf Ersuchen der Übergangsregierung in Kiew soll zudem eine Mission von 15 Experten eingesetzt werden, um den nationalen Dialog zu fördern.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Hier noch eine weitere Info: Gerade gestern wurde im ZDF gezeigt, dass der "Besitzer" von Donezk, ein milliardenschwerer Oligarch mit besten Kontakten nach Russland, sich vor laufenden Kameras dafür ausgesprochen hat, dass die Ost-Ukraine weiter bei der Ukraine bleiben soll und dass er sich dafür einsetzen wird. Welche Gründe er auch immer hat, immerhin spricht das dafür, dass Putin sich tatsächlich mit der Krim-Halbinsel allein zufrieden geben wird.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Das ist gerade was, was ich vor mehreren Tagen geschrieben habe. Gerade gestern kam eine Sendung im ZDF, wo eine Gruppe von Kohlearbeitern in Donezk gezeigt wurde. Ob ihr es glaubt oder nicht, auch dort leben noch Ukrainer, und zwar friedlich mit den Russen zusammen. Als eine Demo von 150 (!) Männern gezeigt wurde, die zum Teil auch mit Sowjetfahnen - nomen est omen - für einen Anschluss an Russland eintraten, bezeichnete einer dieser Arbeiter die Demonstranten deutlich als Spinner.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen