Christmesse im Petersdom Papst erinnert an «Kinder in Bunkern»

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Grosses Polizeiaufgebot am Petersdom (unkomm.)

0:41 min, vom 25.12.2016

Das Wichtigste in Kürze

  • Tausende Gläubige verfolgen an Heiligabend die Predigt von Papst Franziskus im Petersdom.
  • Der Pontifex erinnert in seiner Predigt an das Leid vieler Flüchtlingskinder und ruft zu mehr Mitgefühl auf.
  • Das Kirchenoberhaupt erinnert an Kinder, die im Krieg oder auf der Flucht aufwachsen. Und an diejenigen «im unterirdischen Bunker, um den Bombardierungen zu entkommen; auf dem Bürgersteig einer grossen Stadt, auf dem Boden eines mit Migranten überladenen Schleppkahns».
  • Franziskus ruft die Menschen in aller Welt dazu auf, sich auf das Wesentliche zu besinnen und auf «unersättliche Ansprüche» zu verzichten.

Notleidende Menschen standen im Zentrum der Predigt von Papst Franziskus am Heiligen Abend in Rom. Tausende Gläubige versammelten sich am Samstagabend im und vor dem Petersdom, um der Predigt des katholischen Kirchenoberhauptes während der Christmesse zu folgen.

Papst Franziskus mit einigen Kindern. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Einen Teil der Christmesse zelebrierte Franziskus zusammen mit einigen Kindern im Petersdom. Keystone

Franziskus erinnerte in seiner Weihnachtspredigt an das Leid vieler Flüchtlingskinder und rief zu mehr Mitgefühl auf. «Denken wir an das Kind in der Krippe», sagte Franziskus mit Blick auf die Geburt Jesu in der Weihnachtsgeschichte.

Waffen statt Spielzeug

Man müsse sich aber auch der Kinder annehmen, die gerade nicht in einer Wiege lägen und von der Liebe einer Mutter und eines Vaters umgeben seien. Stattdessen erinnerte er an Kinder, die im Krieg oder auf der Flucht aufwachsen. An diejenigen «im unterirdischen Bunker, um den Bombardierungen zu entkommen; auf dem Bürgersteig einer grossen Stadt, auf dem Boden eines mit Migranten überladenen Schleppkahns».

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Predigt des Papstes

Den Text der Papstpredigt mit dem Titel «Es ist eine Nacht der Herrlichkeit» hat Radio Vatikan dokumentiert.

Zugleich gäbe es Kinder, die hungern, oder solche, die nicht Spielzeug, sondern Waffen in den Händen hielten.

Nicht im Nobelsaal eines Palastes

Seit Beginn seiner Amtszeit stellt der Argentinier die notleidenden Menschen in den Mittelpunkt und findet klare Worte in Kriegs- und Krisenzeiten. Er will die Kirche zu einer Kirche der Armen machen. Gott tauche in eben dieser Einfachheit auf: «Er erscheint nicht im Nobelsaal eines königlichen Palastes, sondern in der Armut eines Stalls», sagte der Papst in seiner Predigt.

Weihnachtsgruss des Papstes

An Weihnachten stehe Gott aber für viele nicht mehr im Mittelpunkt, beklagte der Argentinier. Weihnachten werde zu einem Fest, «bei dem die Hauptfiguren wir sind und nicht Er», sagte Franziskus. Er rief dazu auf, sich auf das Wesentliche zu besinnen und auf «unsere unersättlichen Ansprüche» zu verzichten. «Es wird uns gut tun, diese Dinge loszulassen, um in der Einfachheit des Gotteskindes den Frieden, die Freude und den Sinn des Lebens wiederzufinden.»

Maltesisches Fischerboot

In und um den Petersdom hatten sich Tausende Gläubige versammelt, um die Christmesse und die Worte des katholischen Kirchenoberhauptes zu verfolgen. Auf dem Petersplatz erstrahlte der festlich geschmückte Tannenbaum. Teil der diesjährigen Krippe ist auch ein maltesisches Fischerboot - ein Mahnmal für die Flüchtlingskrise.

Heute Sonntag verkündet Franziskus von der Loggia des Petersdoms seine Weihnachtsbotschaft und spendet den Segen «Urbi et Orbi». Auch im Heiligen Land feierten am Samstag Christen aus aller Welt in Bethlehem Weihnachten.