Pegida ist vorerst deutlich geschwächt

Nach der Spaltung der Pegida-Bewegung haben in Dresden zwei separate Kundgebungen stattgefunden, mit deutlich weniger Demonstrierenden. Trotz des Teilnehmerrückgangs wird Pegida aber nicht einfach so verschwinden.

Demonstranten auf einem Platz in Dresden Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Pegida-Anhänger vor der Frauenkirche in Dresden. Keystone

Die Teilnehmerzahlen bei den Pegida-Demonstrationen in Dresden hatten im vergangenen Jahr ständig zugenommen. Bis schliesslich im Januar 25'000 Menschen gegen eine «korrupte Politik», eine «Lügenpresse» und eine «Masseneinwanderung» demonstrierten.

Als dann der Gründer und Anführer von Pegida, Lutz Bachmann, entgegen seinen eigenen Behauptungen als Rassist geoutet wurde – er hatte auf Facebook alle Flüchtlinge unterschiedslos als «Gelump» und «Dreckspack» bezeichnet – musste der Vorstand des Vereins Pegida sich fragen, ob man das mittragen wolle. Die Hälfte wollte das nicht und gründete einen zweiten, gemässigteren Verein namens «Direkte Demokratie für Europa», DDfE.

Entscheiden, wofür man ist

Die Folge davon: Jetzt reichte es nicht mehr, gegen «die da oben» zu sein und gegen die Presse. Jetzt mussten die Demonstrierenden sich entscheiden, wofür sie denn sind: Für die rechtsextreme Haltung Bachmanns oder nur für mehr Volksbeteiligung, was auf den früheren Pegida-Demonstrationen auch immer wieder gefordert worden war.

Das Ergebnis zeigte sich in den letzen beiden Tagen: 500 Demonstrierende am Sonntag bei der DDfE, 2000 am Montag bei Bachmanns Pegida. Das macht deutlich, dass sich die grosse Mehrheit der 25'000 erst einmal zurückgezogen hat. Pegida ist fürs Erste klar geschwächt.

Emotionen verschwinden nicht

Auch an weiteren – immer schon kleineren – Demonstrationen in anderen deutschen Städten ist die Beteiligung deutlich zurückgegangen.

Das muss nicht so bleiben. Die Emotionen, welche die Bewegung zuvor geschürt hat, werden nicht einfach verschwinden. Aber die Tatsache, dass die Pegida-Anhänger jetzt Farbe bekennen, sich fragen müssen, ob sie einem Rassisten hinterherlaufen wollen, dürfte die Bewegung – auch längerfristig – mindestens bremsen.