Schutz der Meere Plastikmüll und Versauerung: Die Ozeane brauchen Hilfe

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UNO debattiert über dringend nötige Massnahmen

3:59 min, aus Tagesschau vom 6.6.2017
  • Die Ozeane sind das grösste und wichtigste Ökosystem der Welt – und sie sind zunehmend bedroht.
  • Nun haben die Vereinten Nationen erstmals überhaupt zu einer Meereskonferenz eingeladen.
  • Trotz der Dringlichkeit ist nicht mit raschen Massnahmen zum Schutz der Meere zu rechnen.
  • Nicht zuletzt die Supermacht USA spielt dabei eine wichtige Rolle.

Mehr als zwei Drittel der Erdoberfläche bestehen aus Wasser. Doch erst in letzter Minute schaffte es der Schutz der Weltmeere auf die UNO-Nachhaltigkeitsagenda, das ehrgeizigste Ziel der Vereinten Nationen. Immerhin soll nun mit der ersten Ozeankonferenz Druck aufgebaut werden, damit die UNO-Mitgliedsländer handeln.

Es sei keinen Moment zu früh, sagte UNO-Generalsekretär Antonio Guterres bei der Eröffnung der mehrtägigen Sitzung in New York: «Es geht um den Lebensnerv unseres Planeten.»

Müll schwimmt am Strand, im Hintergrund ein Boot und noch weiter hinten Hochhäuser. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Verschmutzter Strand bei Manila: Der Abfall in den Weltmeeren ist ein riesiges Problem. Reuters

Ohne Meere keine Menschen

Tatsache ist: Die Ozeane binden ein Drittel des CO2-Ausstosses, sie sorgen für die Hälfte des Sauerstoffes in der Atmosphäre und sie sind der wichtigste Regulator des Weltklimas. So kommt Guterres denn auch zum Schluss: «Das Meer hat eine ganz besondere Beziehung zum Menschen. Es ermöglicht uns, überhaupt zu leben.»

Doch die Ozeane sind bedroht. Ein Drittel der Fischbestände weltweit sind bereits überfischt. Wird nichts unternommen, gibt es im Jahr 2050 in den Meeren mehr Plastikmüll als Fische. Zudem versauern die Meere wegen der vom Menschen produzierten Schadstoffe. Bereits ist ein Fünftel aller Korallenriffe abgestorben, ein weiteres Fünftel ist bedroht.

Plastikmüll an einem Traumstrand. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Kaum ein Traumstrand der Welt ist heute noch von Plastikmüll verschont. Imago

Menschheit muss Probleme angehen

Dennoch glaubt der UNO-Chef, dass der Mensch die Probleme lösen könne – schliesslich habe er sie auch geschaffen

Die UNO-Meereskonferenz will erreichen, dass bis 2020 die geschützten Gebiete von heute vier auf zehn Prozent der Meeresfläche vergrössert werden. Zudem sollen Massnahmen zur Bekämpfung des illegalen Fischfangs und der Meeresverschmutzung beschlossen werden.

Keine raschen Massnahmen in Sicht

Doch während sich die Lage der Meere rapide verschlechtert, wird es Zeit brauchen, bis griffige Gegenmassnahmen beschlossen sind: «Die UNO-Meereskonferenz ist der erste Schritt in einem langen Prozess», sagt dazu die schwedische Vizeministerpräsidentin Isabelle Lövin. Sie ist Co-Präsidentin des UNO-Treffens.

Der Verhandlungsprozess wird unter anderem erschwert, weil sich die Supermacht USA auch hier sperrt, den Klimaschutz als zentralen Teil des Problems zu begreifen.

Zudem hat US-Präsident Donald Trump gerade angekündigt, die Ausbeutung von Rohstoffen auf dem Meeresgrund zu intensivieren. Das läuft den UNO-Bestrebungen zum Schutz der Meere diametral entgegen.

Sendung zu diesem Artikel

  • SRF 1 25.05.2017 22:25

    DOK
    Helden des Abfalls

    25.05.2017 22:25

    Was tun, wenn man an paradiesischen Stränden Thailands, mitten im Naturschutzgebiet, Tonnen von Plastikmüll, Styropor und alten Flip Flops antrifft? «Aufräumen», sagten sich die Schweizer Roman Peter und Darius Vakili und gründeten die Initiative «Trash Hero». Nun feiern sie internationale Erfolge.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Kampf gegen Plastik in Bali

    Aus Tagesschau vom 6.6.2017

    Das Anliegen der UNO ist für zwei indonesische Schwestern zur Mission geworden. Seit sie Kinder sind, kämpfen sie gegen Plastiksäcke, die die Weltmeere verschmutzen. Mit Erfolg: In Bali sollen Plastiksäcke bald verboten werden.

  • Erste UNO-Konferenz zum Schutz der Meere in New York eröffnet

    Aus Tagesschau vom 6.6.2017

    «Stirbt der Ozean, sterben wir.» Mit einem eindringlichen Appell ist in New York die erste UNO-Konferenz zum Schutz der Meere eröffnet worden.

  • Kampf dem Plastikgüsel im Meer

    Aus Einstein vom 23.10.2014

    Jährlich verdrecken 150 Millionen Tonnen Plastik unsere Weltmeere. Ein 19-jähriger Holländer will mit riesigen, schwimmenden Barrieren die Ozeane nun kontinuierlich vom Plastikmüll befreien und dabei sollen ihm die Meeresströmungen helfen. Mit viel Kreativität setzt er in die Tat um, was bisher noch keinem gelang. Wir zeigen, wie der junge Hobbytaucher, Studienabbrecher und Unternehmer dieses ehrgeizige Grossprojekt mit unkonventionellen Mitteln vorantreibt.