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International Polen gehen für mehr Demokratie auf die Strasse

In Polen sind tausende Menschen auf die Strasse gegangen, um für die Verteidigung der demokratischen Werte zu demonstrieren. Dazu aufgerufen haben drei ehemalige polnische Präsidenten. Vor genau 27 Jahren fanden in Polen die ersten Parlamentswahlen statt.

Menschen mit Flaggen ziehen an einer Häuserfront vorbei.
Legende: Die Polen wollen auf die schwindenden Werte der Demokratie aufmerksam machen. Keystone

Unter dem Motto «Alle für die Freiheit» haben am Samstag tausende Menschen in Polen an den Jahrestag der teilweise freien Wahl im Jahr 1989 erinnert und zugleich gegen die Politik der nationalkonservativen Regierung demonstriert.

In Warschau kamen mehr als 10‘000 Menschen zu einem Marsch zusammen, zu dem die Oppositionsbewegung KOD und die drei ehemaligen Präsidenten Lech Walesa, Aleksander Kwasniewski und Bronislaw Komorowski aufgerufen hatten. Während der einstige Arbeiterführer Walesa nicht auftrat, marschierten Komorowski und Kwasniewski gemeinsam in der ersten Reihe.

Viele taten es den Polen gleich

Immer wieder skandierten die versammelten Menschen: «Freiheit, Gleichheit, Demokratie!» Viele hatten nicht nur polnische Nationalfahnen, sondern auch Europafahnen mitgebracht. «Wir wissen noch gut, wie schwer die Arbeit für die Sache der Freiheit war», sagte Komorowski. «Aber heute weiss ich, dass Polen anders, besser ist.»

«Wir wussten wirklich nicht, wie es endet, aber wir wussten, dass wir es riskieren müssen», erinnerte Kwasniewski an die Wahlen von 1989. Er gehörte damals als junger Minister der kommunistischen Regierung der «anderen Seite» an.

Kwasniewski erinnerte an die Bedeutung des historischen Wandels in Polen für den ganzen einstigen Ostblock: «Das ist unser Platz in der Geschichte des 20. Jahrhundert. Den Spuren der Polen folgten die Tschechoslowakei, Bulgarien, Rumänien. Damals begann der Prozess der deutschen Wiedervereinigung.»

Europäer zur Solidarität aufgerufen

«Das hat [der nationalkonservative Parteichef Jaroslaw] Kaczynski nicht erwartet: Dass die Menschen aufwachen für die Sache der Freiheit», sagte der ehemalige Bürgerrechtler und KOD-Mitgründer Krzysztof Lozinski. Er erinnerte daran, dass der Wandel in Europa 1989 nicht überall friedlich war: In Rumänien wurde Parteichef Nicolae Ceausescu getötet – «das war das Ergebnis dessen, dass er nicht mit der Gesellschaft reden wollte», mahnte Lozinski. «Wir wollen nicht, dass es in Polen einmal so endet.»

Walesa, Kwasniewski und Komorowski richteten auch einen gemeinsamen Appell an die Völker Europas, in dem sie zur Verteidigung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit aufriefen.

«Von den Strassen und Plätzen, auf denen einst (die unabhängige Gewerkschaft) Solidarność geboren wurde, rufen wir einmal mehr alle Europäer zur Solidarität auf», schrieben sie in ihrer gemeinsamen Botschaft. «Wir sprechen für Hunderttausende – freie polnische Bürger, die seit einem halben Jahr (seit Beginn der nationalkonservativen Regierung) auf den Strassen ihre Bindung an Demokratie, Recht und ein freies Europa demonstrieren.»

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6 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Dieser Beitrag ist eine weitere Hetze gegen die legitime Regierung in Polen. Es ist ja nicht das ganze Volk sondern nur eine Minderheit, die demonstriert. Wenn bei uns bald einmal die "Linksradikalen" versuchen, ihre Art +Ansicht über Politik vor unsere Regierung zu stellen, werden auch wir Schweizer uns dagegen wehren und diese Chaoten auf keinen Fall gewinnen lassen. Nicht nur die polnische Regierung muss sich gegen die "Anarchisten" wehren, sonst kommt die Ordnung in der EU ausser Kontrolle.
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  • Kommentar von Bernhard Bizer (Avidya)
    Hunderttausende demonstrieren "für" mehr Demokratie in Polen. Und drei ehemalige polnische Präsidenten die für Freiheit und Demokratie gekämpft haben marschieren vorne weg. Wollen wir hoffen, daß die Demonstrationen in Polen weiterhin friedlich verlaufen und die jetzige rechtsnationale Regierung ihren radikalen und europafeindlichen Kurs überdenkt. Ein instabiles Polen kann sich Europa nicht leisten. Dies würde Genosse Putin mit einer gewissen Genugtuung beäugen und sich ins Fäustchen lachen.
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  • Kommentar von Kurt Meier (Kurt3)
    J. Sand , es ist unglaublich , wie die Fakten zurechtbiegen und uminterpretieren , damit sie in Ihr Weltbild passen .
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