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International Polizei schiesst mit Tränengas auf Flüchtlinge

Die Situation an der griechisch-mazedonischen Grenze artet offenbar aus. Mazedonische Polizisten feuerten Tränengaspatronen auf Flüchtlinge, die ins Land einreisen wollten. Später zog sich die Polizei zurück, worauf hunderte Flüchtlinge die Grenze überquerten.

Legende: Video FOKUS: Flüchtlings-Chaos an mazedonischer Grenze abspielen. Laufzeit 7:41 Minuten.
Aus 10vor10 vom 21.08.2015.

Mit Tränengas und Blendgranaten hat die mazedonische Polizei am Morgen versucht, hunderte Migranten am Überschreiten der Grenze von Griechenland nach Mazedonien zu hindern. Die Migranten flüchteten in Panik aus dem Niemandsland zwischen den beiden Staaten zurück nach Griechenland, wie das griechische Fernsehen berichtete.

Ein Team von Ärzte ohne Grenzen behandelte in der griechischen Grenzstadt Idomeni zehn Flüchtlinge, die durch Blendgranaten verletzt wurden.

Trotz der Polizeiaktion gelang einigen hundert Flüchtlingen später der Grenzübertritt. «Die Polizei hat sich zurückgezogen, und wir sind reingekommen», sagte gemäss der Nachrichtenagentur Reuters ein Mann, der seinen Namen nicht nennen wollte. «Niemand hat uns aufgehalten.»

Soldaten bewachen Grenze

Zuvor hatten mazedonische Beamte versucht, den Flüchtlingen den Weg zu versperren – auch mithilfe eines Zauns, der in der Nacht errichtet wurde. Die Abzäunung wurde von Polizisten in Schutzausrüstung bewacht. Auch das Militär habe den Grenzraum in der Nähe der Stadt Gevgelije kontrolliert, berichtete das Nachrichtenportal Plus Info. , Link öffnet in einem neuen Fenster

Aus Protest gegen die Blockade legten sich viele Flüchtlinge auf die Bahngleise in der Nähe des Grenzübergangs Gevgelije.

Druck auf Grenze mindern

Wegen des starken Flüchtlingsandrangs hatte Mazedonien am Donnerstag den Ausnahmezustand ausgerufen. Tausende Migranten sind zwischen Griechenland und Mazedonien gestrandet. Sie sind auf dem Weg nach Westeuropa. Die meisten von ihnen flüchten vor dem Bürgerkrieg in Syrien.

Legende: Video FOKUS: Duplex mit Anja Klug abspielen. Laufzeit 2:46 Minuten.
Aus 10vor10 vom 21.08.2015.

Mit den Massnahmen wollen die mazedonischen Behörden nach eigenen Angaben den Druck auf die mazedonische Grenzstadt Gevgelije mindern. Von dort versuchen jeden Tag Hunderte Flüchtlinge, einen von drei Zügen in Richtung Serbien zu nehmen.

«Auf der Suche nach Schutz»

Das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR kritisierte Mazedoniens Grenzschliessung. «Diese Flüchtlinge sind auf der Suche nach Schutz und dürfen davon nicht abgehalten werden», sagte Sprecherin Melissa Fleming. Europa müsse eine Lösung finden und dürfe die überlasteten Länder Mazedonien und Serbien nicht alleinlassen.

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49 Kommentare

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  • Kommentar von Fritz Peter Friedli, Utzenstorf
    Das Uno-Flüchtlingshilfswerk UNHCR drängt die reicheren nördlichen EU Staaten, von Italien und Griechenland Syrien-Flüchtlinge zu übernehmen. Damit soll der Flüchtlingsstrom nach Europa gerechter verteilt werden - und die Migranten sollen so bessere Chancen bekommen, zum Beispiel Arbeit zu finden. Alleine die pure Anzahl kommt schon einer Zivilokkupation gleich! Es gibt alleine für Afrika die Schätzung, dass ca. 400 Millionen, wiederum meist junge Männer, „ausreisewillig“ Richtung Europa sind.
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  • Kommentar von Peter Weber, Kanton Schwyz
    Warum hat das erste Priotität? Wenn hier alle auf eigene Faust kreuz und quer durch Europa marschieren, wird das Problem doch nicht kleiner. ich meine hier müssten UNHCR Flüchtlingslager (mit Zelten, menschenwürdiger Infrastruktur, etc.) erstellt werden. Das gibt allen etwas Zeit. Anschliesßend, da bin ich Ihrer Meinung, müssen diese Menschen gerecht verteilt werden.
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    1. Antwort von Peter Weber, Kanton Schwyz
      ... das wäre dann eigentlich meine Bemerkung auf M. Huber's zweiten Kommentar.
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  • Kommentar von M. Huber, Winterthur
    Ja ja, "wo ist das UNHCR?"' "Wo ist das rote Kreuz?" und "Wo ist die UNO?" fragen sie jetzt alle. Ja ja, im,er die andern...! WO IST DIE SCHWEIZ? sollte man auch fragen. Denn auch wir sind für diese Misere verantwortlich. Hätten wir (und auch der Rest von Europa) den Flüchtlingen den nötigen Schutz gewährt, anstatt Härte zu demonstrieren und neue Zäune zu bauen wäre es erst gar nicht so weit gekommen. Schämt euch, liebe Rechtspolitiker, Konservativen und Sympathisanten!
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    1. Antwort von Peter Weber, Kanton Schwyz
      Huber, was hier nur schon mengenmässig abgeht muss ja die Verwaltungen überfordern, da diese schliesslich auch nicht einfach den ganzen teuren Apparat ständig hochfahren dürfen. Man beachte, dass gerade die südlichen und östlichen Staaten nicht gerade auf Rosen gebettet sind. Für solche Notfälle soll dann eben das UNHCR eingesetzt werden. Die haben Erfahrungen und Resourcen für solche Notfälle. Und bezahlen tun solche Einsätze so nämlich wohl auch vorwiegend die reicheren Staaten.
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    2. Antwort von M. Huber, Winterthur
      In erster Linie müssen die Menschen aber von dort weg. Sie schreiben es ja selber, es sind zu viele. Geholfen werden kann nur, in dem die Leute (gerecht) verteilt und untergebracht werden.
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    3. Antwort von Margot Helmers, Bülach
      Die CH wird geflutet mit VIP Asylanten deren Integrationkosten neu auf 24000.- pro Person angehoben wurden. Da ist Unterbringung, med. Versorgung, usw. noch gar nicht inbegriffen. Juni 2015 sind in der CH 3500 vorläufig Aufgenommene aus sicheren Ländern wie Indien, Serbien und selbst aus Frankreich. Zwischen 2009 und 2014 sind nur 4 Personen in ihr Herkunftsland zurückgeführt wurden. Die Asylpolitik läuft da völlig verkehrt. Asyl für Verfolgte und alle anderen ausweisen!
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