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Referendum in der Türkei Präsident Erdogan schwingt die Nazi-Keule

Legende: Video «Eure Praktiken unterscheiden sich nicht von jenen der Nazis» abspielen. Laufzeit 0:25 Minuten.
Vom 05.03.2017.
  • Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den deutschen Behörden Nazi-Methoden vorgeworfen: Die Praktiken Deutschlands würden sich nicht von den früheren Nazi-Praktiken unterscheiden.
  • Der türkische Präsident hielt auf einer Grossveranstaltung in Istanbul vor mehreren Tausend Anhängern eine Rede.
  • Darin warb er für ein «Ja» zur Verfassungsreform. Darüber wird das türkische Stimmvolk kommenden April abstimmen.

«Deutschland, du hast in keinster Weise ein Verhältnis zur Demokratie und du solltest wissen, dass deine derzeitigen Handlungen nichts anders sind als das, was in der Nazi-Zeit getan wurde», sagte Erdogan vor Anhängern. Er fügte hinzu: «Ihr erteilt uns Lektionen in Demokratie, aber ihr lasst unsere Minister keine Reden halten.» Erdogan kündigte an, über Deutschlands Verhalten auf der internationalen Bühne zu sprechen und das Land so vor den Augen der Welt zu beschämen. Trotz scharfer Kritik an seinem Nazi-Vergleich will er sich nicht von einem Deutschland-Besuch abbringen lassen.

Wenn ich nach Deutschland kommen will, werde ich es tun.
Autor: Recep Tayyip ErdoganPräsident Türkei

Hintergrund der Attacke Erdogans ist seine Verärgerung über die Absage von Wahlkampfauftritten türkischer Minister in Deutschland durch die zuständigen Behörden.

In Deutschland hatten die Kommunalbehörden mehrere Wahlkampfveranstaltungen von Ministern aus Erdogans Kabinett unter Verweis auf Sicherheitsbedenken abgesagt.

Legende: Video Archiv: Ton zwischen Berlin und Ankara wird schärfer abspielen. Laufzeit 1:42 Minuten.
Aus Tagesschau vom 03.03.2017.

Erdogan will deutsche Behörden anklagen

Auf diese Absagen reagierte Erdogan bereits am Freitagabend erbost. Die türkischen Minister dürften dort nicht sprechen, während Vertreter verbotener Kurdenorganisationen laut Erdogan öffentlich das Wort ergreifen dürften. Die deutsche Behörden müssten deshalb «wegen Unterstützung und Beherbergung von Terrorismus vor Gericht gestellt werden», hatte er gesagt.

100 Kommentare

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  • Kommentar von Ida Fischer (Ida Fiischer)
    Von den 82.175.684 Menschen die in Deutschland leben sind nun mal viele Türken die man in den letzten Jahrzehnten nach Deutschland eingeladen hat. Viele davon wurden auch eingebürgert. Seit 2003 bis 2015 etwas mehr als 402000 laut Statista. Diese haben nicht nur das Wahlrecht in Deutschland sondern auch in der Türkei (ist das diskriminierend). Wen wundert es also das Erdowan dieses Potenzial ausschöpft. Dieses ist gross geht es doch um alle in D lebenden Türken
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    1. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Am ZDF hörte ich eine Diskussion, dass es für Erdogan sogar äusserst wichtig sei,Stimmen von Türken die im Ausland leben, zu bekommen. Anscheinend vermutet man doch, dass es auch in der Türkei viele Stimmen dagegen gibt.
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    2. Antwort von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
      Gerade vor 3 Tagen kam im SRF ein Bericht über Türken in Deutschland: http://www.srf.ch/news/infografik/tuerken-in-deutschland-zahlen-und-fakten Laut diesem Bericht leben dort 2.85Mio Türkischstämmige. Davon 1.5Mio Türken und 1.35Mio mit türkischem Migrationshintergrund, meist Doppelbürger. Gut 1/3 Mindestschulausbildung, knapp 1/3 ohne Schulabschluss, 15% Realschule, 11% Abitur, der Rest in Ausbildung, was immer das auch heissen mag. Laut de Medien wählen etwa 60% der (Deutsch)Türken Erdogan!
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    3. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      @I. F.: Aber stellen Sie sich vor, z. B. Merkel würde jetzt Mitglieder ihrer Regierung für ihren Wahlkampf in die Türkei schicken, um von den dort lebenden Deutschen bei verschiedenen Wahlveranstaltungen Stimmen für sie zu sammeln. Denken Sie, ein Erdogan würde das erlauben? Meine, was Erdogan & sein Mitstreiter machen, ist Manipulation vor Ort betreiben, weil er jede Stimme braucht.
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  • Kommentar von Ruedi Hammer (Ruedi Hammer)
    Dagegen wird er bei unserer türkischen Gemeinde sicherlich willkommen sein. Auf einmal ist auf Sommaruga Verlass.
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Eine wehrhafte Demokratie sollte Flagge zeigen und ausländischen Wahlkämpfern, deren Ziel die Abschaffung der Demokratie ist, keine Plattform bieten. Warum gehen die in Deutschland lebenden Erdogan-Anhänger nicht in die Türkei zurück um Erdogan "vor Ort" zu unterstützen?
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