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«Projekt Medusa» Europol zerschlägt brutale Missbrauchsnetzwerke im Internet

  • Bei der länderübergreifenden Aktion «Projekt Medusa» sind Dutzende Verdächtige festgenommen worden. Die Ermittler hoben verdeckte Foren aus, in denen illegale Aufnahmen geteilt wurden.
  • Die Täter betäubten wehrlose Frauen in den eigenen vier Wänden für sexuelle Übergriffe. Anschliessend stellten sie Bildmaterial davon online und gaben Tipps zu Dosierungen von Schlafmitteln.
  • Mehr als 150 Opfer konnten durch die Behörden gerettet werden. Die Fälle zeigen eine systematische kriminelle Organisation auf, die an den bekannten französischen Fall Pelicot erinnert.

Ein koordinierter Schlag internationaler Strafverfolgungsbehörden hat zur Aufdeckung schwerer digitaler Verbrechen geführt. Im Rahmen des «Projekts Medusa» identifizierten Ermittlerinnen und Ermittler 156 mutmassliche Täter und Opfer.

Nahaufnahme eines Laptop-Bildschirms mit Beschlagnahmeanzeige von Strafverfolgungsbehörden.
Legende: Die von Europol verhafteten Sexualstraftäter gehen mit kaum vorstellbarer Kaltblütigkeit gegen ihre eigenen Frauen vor. Keystone/CHRISTOPHER NEUNDORF

Die konzertierte Aktion im Juni, massgeblich vom deutschen Bundeskriminalamt und dem Hamburger Landeskriminalamt unterstützt, brachte zudem 274 neue Ermittlungsansätze hervor. Bislang wurden in den beteiligten Ländern 57 Männer verhaftet und 158 Opfer in Sicherheit gebracht.

Missbrauch im Schutz der eigenen Wohnung

Die Beteiligten gingen nach Erkenntnissen der europäischen Polizeibehörde Europol mit äusserster Kaltblütigkeit vor. Die Männer betäubten ihre eigenen Partnerinnen im häuslichen Umfeld, um sie anschliessend sexuell zu missbrauchen und zu filmen. Diese Aufnahmen verbreiteten die Täter in geschlossenen, frauenfeindlichen Gruppen in den sozialen Medien.

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In diesen Foren tauschten sie neben den Aufnahmen auch Ratschläge zur Beschaffung und Dosierung von Betäubungsmitteln aus. Vier neue Netzwerke dieser Art wurden im Zuge der Ermittlungen entdeckt.

Parallelen zum Fall Gisèle Pelicot

Die Dimensionen der Taten weisen Parallelen zum Fall der Französin Gisèle Pelicot auf, die über ein Jahrzehnt hinweg von ihrem Ehemann betäubt und dutzenden Fremden zur Vergewaltigung angeboten worden war.

Die aktuellen Ermittlungen belegen, dass solche Taten keine isolierten Vorfälle darstellen, sondern systematisch über das Internet organisiert werden. Das im April gestartete «Projekt Medusa» zielt darauf ab, die Online-Infrastrukturen hinter diesem organisierten Missbrauch dauerhaft zu zerschlagen.

Rendez-Vous, 2.7.2026, 12:30 Uhr ; 

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