Protest in Moskau gegen Putin und Sotschi

Tausende Menschen haben in Moskau mit einem Protestmarsch für die Freilassung politischer Gefangener demonstriert. Zugleich kritisierten sie die Austragung der Olympischen Winterspiele in Sotschi: «Wo es politische Gefangene gibt, ist kein Ort für Olympiaden.»

Demonstranten mit Fotos und Fahnen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Behörden hatten die Demonstration in Moskau bewilligt. Reuters

In Moskau haben tausende Putin-Gegner Freiheit für politische Gefangene gefordert. «Brot und Wasser für die Olympia-Diebe» und «Wo es politische Gefangene gibt, ist kein Ort für Olympiaden», stand auf grossen Plakaten. Dies berichtete das kremlkritische Internetportal kasparov.ru. Die Opposition wirft kremlnahen Unternehmern vor, sich an den lukrativen Bauaufträgen für die Spiele am Schwarzen Meer bereichert zu haben.

Lange Haft wegen Demo

Zahlreiche Demonstranten hielten bei dem genehmigten Marsch zudem Bilder inhaftierter Regierungsgegner hoch, denen wegen der «Organisation von Massenunruhen» jahrelange Haft droht.

Diese hatten am 6. Mai 2012 – dem Vorabend von Putins Amtseinführung – demonstriert. Die Proteste waren eskaliert, es gab Hunderte Festnahmen und Dutzende Verletzte. Demonstranten und Sicherheitskräfte geben sich gegenseitig die Schuld.

Teuerste Spiele

Der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny hatte zuvor Freunden von Kremlchef Wladimir Putin eine milliardenschwere Bereicherung bei den Olympischen Winterspielen vorgeworfen. Bei mindestens zehn Olympia-Objekten in Sotschi am Schwarzen Meer lägen die Kosten anderthalb bis zweieinhalb Mal so hoch wie angesetzt, schrieb der prominente Anti-Korruptions-Kämpfer auf seiner neuen Internetseite.

Mehrausgaben von vielen Milliarden Euro seien nicht anders als durch Korruption erklärbar, teilte Nawalny mit. Die Winterspiele in Sotschi, die am 7. Februar beginnen, gelten mit 37,5 Milliarden Euro als die teuersten der Geschichte.