Proteste gegen Hollandes Arbeitsmarktreform arten weiter aus

Streiks gegen die Arbeitsmarktreformen in Frankreich: Schon gestern gingen Zehntausende auf die Strasse. Die Polizei setzte Tränengas ein. Teile des Bahn- und Fährverkehr sind lahm gelegt.

Eine Demonstrantion schreit Parolen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Non! Contre la loi Travail! – Die Empörung in der Bevölkerung ist gross. Keystone

Streikende in Frankreich legten weite Teile des Eisenbahnverkehrs lahm. Rund die Hälfte der Hochgeschwindigkeitszüge und Bahnen zwischen den Städten verkehrten nicht. Auch Zug-Verbindungen Schweiz-Frankreich sind betroffen. Der Bahnstreik soll bis Freitag dauern. Der Fährverkehr nach Grossbritannien ist ebenfalls eingeschränkt. Zudem blockierten Lkw-Fahrer Zufahrten zu Lebensmittel- und Treibstofflagern.

Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau steht derweil hinter der Regierung: «Eine deutliche Ausweitung unserer Reformen ist nicht nur nötig, sondern auch möglich», sagte der Währungshüter.

Kündigungen erleichtern

Der Unmut von Demonstranten und Gewerkschaften richtet sich gegen gelockerte Arbeitsgesetze. Arbeitgeber sollen künftig auch betriebsbedingte Kündigungen erleichtert aussprechen können. Die Regierung hofft, so die Hürde für Neueinstellungen zu senken und die hohe Erwerbslosigkeit in den Griff zu bekommen. Paradoxerweise sind viele Jugendliche gegen die Reform. Gerade ihnen dürfte aber ein erleichterter Einstieg ins Erwerbsleben zugutekommen.

Pikantes Detail: Noch gestern ging die Polizei mit Tränengas gegen Demonstranten vor. Viele Beamte wurden bei Auseinandersetzungen offenbar verletzt. Nun demonstrieren Polizisten in eigener Sache – gegen Gewalt und Hass, die den Polizisten bei Demonstrationen entgegenschlagen.