Proteste gegen Inhaftierung von Neonazi-Abgeordneten in Athen

Die griechische Neonazi-Partei Goldene Morgenröte sorgt weiterhin für Aufruhr in Athen. Rund 2000 Anhänger protestierten gegen die Haft mehrere Parlamentarier der Partei.

Mann unter einem Partei-Logo mit der Hand gestikulierend. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Seine Anhänger gingen auf die Strasse: Parteichef Nikolaos Mihaloliakos ist unter anderen noch immer in Haft. Reuters

Etwa 2000 Anhänger der Neonazi-Partei Goldene Morgenröte (Chrysi Avgi) sind in der griechischen Hauptstadt Athen auf die Strasse gegangen. Sie protestierten gegen die Inhaftierung mehrerer Abgeordneter der Partei.

«Wir verlangen die sofortige Freilassung unserer Gefangenen», sagte Parteisprecher Ilias Kassidiaris. Hunderte linke Aktivisten versuchten, die Demonstration zu verhindern. Die Polizei trennte beide Gruppen, zu Zusammenstössen kam es nicht. Die Demonstration war die erste grosse Protestaktion seit der Verhaftungswelle gegen die Partei.

In Athen werden andere Saiten aufgezogen

Die rassistische und antisemitische Goldene Morgenröte ist seit vielen Jahren für Gewalt gegen Einwanderer, Minderheiten und linke Aktivisten verantwortlich. Die Ermordung des antifaschistischen Rap-Sängers Pavlos Fyssas am 18. September in einem Vorort von Athen durch ein Parteimitglied löste landesweit und international Empörung aus.

Politik und Justiz in Griechenland, denen lange Zeit vorgeworfen wurde, auf dem rechten Auge blind zu sein, gehen seitdem gegen die Partei und ihre Anhänger vor. Ihr Chef Nikos Michaloliakos, dessen Stellvertreter Christos Pappas und ein weiterer Abgeordneter sitzen derzeit in Untersuchungshaft. Drei Abgeordnete kamen vorerst wieder auf freien Fuss, drei weitere sind ebenfalls in den Fokus der Ermittler geraten.