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Die Demonstranten forderten zudem unabhängige Ermittlungen
Aus Echo der Zeit vom 23.06.2019.
abspielen. Laufzeit 05:29 Minuten.
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Proteste in Prag Eine Viertelmillion Demonstranten fordern Rücktritt von Babiš

  • Bei der grössten Demonstration in Prag seit 30 Jahren haben mehrere Hunderttausend Menschen gegen die Regierung protestiert.
  • Die Demonstranten forderten unabhängige Ermittlungen gegen Regierungschef Andrej Babiš von der populistischen Partei ANO und seinen sofortigen Rücktritt.
  • Hintergrund sind Berichte, dass der Grossunternehmer und Multimilliardär als Politiker in einem Interessenskonflikt steht und unrechtmässig von EU-Subventionen profitiert haben soll.

Die seit Wochen andauernden friedlichen Massenproteste gegen den tschechischen Regierungschef Andrej Babiš gipfelten in der Grosskundgebung, zu der das Netzwerk «Eine Million Augenblicke für Demokratie» aufgerufen hatte. Die Teilnehmer hielten Schilder mit der Aufschrift «Demission» hoch und riefen in Sprechchören: «Wir sind da!».

Schwere Anschuldigungen gegen Babiš

Die Vorwürfe gegen Babiš wiegen schwer. Als Ministerpräsident soll der Grossunternehmer unrechtmässig von EU-Subventionen profitiert haben. In Tschechien droht dem Multimilliardär bereits eine Anklage. Nun ans Licht gekommene, interne Berichte der EU-Kommissionen sagen aus, dass Brüssel Fördergelder in zweistelliger Millionenhöhe zurückfordern könnte.

Der 64 Jahre alte Babiš weist alle Anschuldigungen zurück. Am Mittwoch muss sich die Regierung im Parlament einer Misstrauensabstimmung stellen. Ein Erfolg der Opposition gilt aufgrund der Stimmverhältnisse als unwahrscheinlich.

Protestzug der Demonstranten
Legende: Hunderttausende forderten in Prag unabhängige Ermittlungen gegen Regierungschef Andrej Babiš und seinen sofortigen Rücktritt. Getty Images

Enormer Andrang

Die Demonstranten hatten sich auf der Letna-Ebene oberhalb der Moldau versammelt. Die Mobilfunkdienste fielen wegen Überlastung aus. Eine U-Bahn-Station musste wegen des Andrangs gesperrt werden.

Beobachtern zufolge war es die grösste Massenkundgebung in Prag seit der Samtenen Revolution, der demokratischen Wende von 1989.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Immer mehr Tschechen demonstrieren gegen Regierungschef Andrej Babis. Sie sind die Korruptionsaffären des Milliardärs leid, doch der kontert die Kritik mit nationalistischen Sprüchen und attackiert die EU. Jüngst veröffentlichte Untersuchungen der EU sowie Analysen tschechischer Juristen belegen, dass Babis als Politiker und Geschäftsmann in einem klaren Interessenkonflikt steht. Ausserdem hat er wohl widerrechtlich EU-Subventionen kassiert. Und möglicherweise wurde dabei auch handfest betrogen.
    1. Antwort von E Hitz  (Habo)
      @Keller Nicht das ich die Geschäftspraktiken von Herrn Babic gutheissen will, aber er ist wohl einer der Verantwortlichen das die Tschechen noch immer ihre Landeswährung haben und zurzeit noch ihre Geldpolitik selber bestimmen können. Da geht es dann um ganz andere Summen.
    2. Antwort von Jaro Bels  (Gotod)
      Sie sind leider nicht im Bild. Bin kein Babisch Fan . Aber die EU Untersuchungen sind genauso amateurhaft wie EU manchmal selber. Keine Chance.
  • Kommentar von Ramazan Özgü  (Rami Özgü)
    Rechtspopulistische Hoffnungsträger, die den Staat von Eliten “retten” sollten, werden sich in der Zukunft vermehrt als korrupte Politiker entpuppen. Denn ihre teure Politkampagnen müssen diese irgendwie finanzieren können.
  • Kommentar von Harald Buchmann  (Harald_Buchmann)
    Proteste quer durch Europa. Ist unser politisches System noch stabil?
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Was hat das tschech. System mit unserem zu tun? In Tschechien gibt es keine Konkordanz sondern eine Minderheitsregierung und keine direkte Demokratie.
    2. Antwort von M. Fretz  (MFretz)
      Ja das Volk wehrt sich gegen rechtsnationale Korruptionspolitiker. Saubermänner die Schmutz am Stecken haben
    3. Antwort von Ramazan Özgü  (Rami Özgü)
      Gerade weil unser politisches System stabil ist, können wir uns solche Grossdemonstrationen leisten. Denn diese Demonstranten haben kein Problem mit dem politischen System, sondern mit den gegenwärtigen Regierungen. Überall auf der Welt würden Demonstration mit diesem Ausmass für heftige Strassenkämpfe mit Hunderten von Toten resultieren. Denn die “starken” Regenten würden diese Demonstranten als Putschisten/Terroristen betrachten.