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International Proteste in Taiwan gegen Handel mit China eskalieren

Bei Zusammenstössen zwischen demonstrierenden Studenten und Polizisten in Taipeh sind rund 160 Menschen verletzt worden. Die Eskalation passierte nach mehrtägigen Protesten gegen ein Handelsabkommen zwischen Taiwan und China.

Legende: Video Die Polizei versucht die Demonstration aufzulösen (unkommentiert) abspielen. Laufzeit 0:38 Minuten.
Aus News-Clip vom 24.03.2014.

Studenten hielten schon seit Dienstag das Parlament besetzt und forderten eine Rücknahme des Handelspaktes. Nun sind die Demonstranten in den Regierungssitz in Taiwans Hauptstadt eingedrungen. Dies war der Polizei zu viel: Sie hat das Gebäude daraufhin gewaltsam geräumt.

«Die Studentenbewegung ist zu weit gegangen»

61 protestierende Studenten seien festgenommen worden, berichtete die taiwanesische Nachrichtenagentur CNA. 109 Demonstranten und 52 Polizisten seien verletzt worden. Ministerpräsident Jiang Yi-huah verurteilte die Erstürmung seines Regierungssitzes: «Die Studentenbewegung ist zu weit gegangen.»

Taiwans Präsident Ma Ying-jeou rief am Montagmorgen eine Krisensitzung seiner Regierung zusammen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Die Sicherheitskräfte um den Präsidentenpalast wurden verstärkt.

Wie stark soll sich Taiwan China annähern?

Die Demonstranten wehren sich gegen die Ratifizierung eines Handelsabkommens mit China. Dieses wurde vergangenen Juni unterzeichnet. Aus der Sicht der Studenten öffnet das Abkommen die Wirtschaft der demokratischen Inselrepublik Taiwan zu weit für Unternehmen aus der kommunistischen Volksrepublik. Die Regierung ihrerseits verspricht sich wirtschaftliche Vorteile von dem Abkommen.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Und sicherlich wurde der Aufstand von Twitter organisiert, deren Hintermänner juristisch nicht auffindbar sind. Welch faszinierende Sozialwaffe da die Amis wieder aus etwas Neuem gebaut haben! Und wie immer werden sie diese Waffe früher oder später selbst fürchten...
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Diese Unruhen sind ein sicheres Anzeichen dafür, dass auch in dieser Weltregion sich bald einiges bewegen könnte, aber leider überwiegend negativ. Diese Studenten erkennen richtig, dass es ums nackte Überleben gehen könnte. Wenn die Unternehmen der Wirtschaftsweltmacht China sich immer mehr auf der Insel einnisten, werden die eigenen bald zerdrückt.
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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Taiwan hat freie Wahlen und ein Mehrparteiensystem, aber die Organisation der Parteien, vor allem der KMT, ist bei Weitem nicht derart demokratisch,wie man sich das in Europa erwarten würde. Abstimmungen zu Entscheidungen werden vielfach nur eine Stunde vorher angekündigt,um zu verhindern, dass sich die Gegner sammeln und dagegen stimmen könnten. Das ist nicht die feine Art und darum hat die zukünftige Elite Taiwans das Parlament besetzt und fordert nun Transparenz bei politischen Prozessen ein.
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