Protesttag in Libyen mit Folgen

Der Muslimbruderschaft weht derzeit ein heftiger Wind entgegen. So auch in Libyen. Hunderte Gegner der Islamisten haben das Büro der Partei für Aufbau und Entwicklung in der libyschen Hauptstadt Tripolis gestürmt.

Hunderte Gegner der Islamisten stürmten das Büro der Partei für Aufbau und Entwicklung  in der Hauptstadt Tripolis. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Hunderte Gegner der Islamisten stürmten das Büro der Partei für Aufbau und Entwicklung in der Hauptstadt Tripolis. Reuters

Auslöser der Proteste war das Attentat auf Abdessalem al-Mismari in Bengasi. Nach Angaben der Sicherheitskräfte wurde der Anwalt am Freitagabend beim Verlassen einer Moschee mit einem Schuss ins Herz getötet.

In der Hauptstadt Tripolis verwüsteten die Demonstranten die Büros der liberalen Allianz Nationaler Kräfte sowie der islamistischen Partei für Gerechtigkeit und Wiederaufbau.

Angesichts der gewaltsamen Proteste gegen die Islamisten soll nun die Regierung umgebildet werden. Die Zahl der Ministerien solle reduziert werden, um eine bessere Leistung in der derzeitigen Lage zu erreichen, sagte Regierungschef Ali Zeidan.

Massenausbruch in Bengasi

Während den Demonstrationen kam es in Bengasi zu einem Gefangenenausbruch. Gegen 1000 Häftlingen gelang die Flucht. Ob die Demonstrationen und der Ausbruch in einem Zusammenhang stehen ist derzeit noch unklar.