Putin: «Planen keinen Bodentruppen-Einsatz in Syrien»

Russlands Präsident Wladimir Putin schliesst den Einsatz von Bodentruppen in Syrien aus. Zumindest für den Moment. Dies machte der Kreml-Chef kurz vor einem Treffen mit US-Präsident Barack Obama und seiner mit Spannung erwarteten Rede vor dem Vereinten Nationen in New York deutlich.

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Putin wirft Westen Konzeptlosigkeit im Fall Syrien vor

1:19 min, aus Tagesschau am Mittag vom 28.9.2015

Trotz der russischen Unterstützung für den syrischen Machthaber Baschar al-Assad steht der Einsatz von Bodentruppen derzeit nicht zur Debatte. «Russland wird sich an keiner Feldoperation auf dem Territorium von Syrien oder anderen Staaten beteiligen; zumindest gibt es erst einmal keine Pläne», sagte Präsident Wladimir Putin in einem Interview mit mehreren US-Fernsehsendern.

Unterstützung für Assad wegen IS-Bedrohung

Russland denke aber darüber nach, wie es die Zusammenarbeit mit dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad ausbauen könne, sagte Putin. Hauptmotiv für diese Parteinahme sei die Sorge vor Anschlägen der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) in Russland.

Putin: Hilfe für Assad, aber keine Bodentruppen (engl.)

2:32 min, vom 28.9.2015

«Mehr als 2000 Kämpfer aus der ehemaligen Sowjetunion befinden sich in Syrien», sagte der Kreml-Chef. «Es besteht die Gefahr, dass sie zu uns zurückkommen. Anstatt auf sie zu warten, helfen wir lieber Assad im Kampf gegen sie auf dem Territorium Syriens.»

Russland hatte seine militärische Präsenz in Syrien bereits in den vergangenen Wochen deutlich ausgeweitet. Die USA werfen der Regierung in Moskau vor, der syrischen Armee mit Kampfflugzeugen, Panzern und anderer Ausrüstung zu helfen. Vor einer Intervention in Syrien hatte Washington Moskau zuletzt explizit gewarnt.

Erstes russisch-amerikanisches Gipfeltreffen seit zwei Jahren

Nach seiner Rede vor der UNO wird Wladimir Putin am Nachmittag US-Präsident Barack Obama zu einem Gespräch treffen. Dabei dürften der Syrien-Konflikt und der Kampf gegen den IS das zentrale Thema sein. Das letzte offizielle Gespräch zwischen den beiden Staatschefs liegt bereits zwei Jahre zurück. Ihr Verhältnis ist ob der Differenzen bei den Konflikten in der Ukraine und in Syrien merklich abgekühlt.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Ungewohnte Töne: USA prüfen Kooperation mit Russland

    Aus Tagesschau vom 20.9.2015

    Erstmals seit über einem Jahr sprechen Russland und die USA wieder zusammen über Syrien. Man habe dieselben Ziele, hiess es von beiden Seiten. Der Grund für die neuen Gespräche liegt laut Roland Popp, Sicherheitsexperte an der ETH Zürich, am gemeinsamen Feind, dem Islamischen Staat.

  • «Assad muss gehen»

    Aus Tagesschau vom 19.9.2015

    US-Aussenminister John Kerry und sein britischer Amtskollege Philip Hammond haben sich heute erstmals zur Syrien-Initiative geäussert. Beide sind sich einig, dass der syrische Machthaber Baschar al-Assad nicht Teil der neuen Zukunft des Landes sein kann.