Zum Inhalt springen

Header

Video
Putin bietet Snowden Asyl an
Aus 10 vor 10 vom 01.07.2013.
abspielen
Inhalt

International Putin: Snowden darf bleiben – aber er muss sich benehmen

Der Ex-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden ist eine gefragte Person. Nicht nur Venezuela bemüht sich um ihn. Am Rande einer Energiekonferenz in Moskau hat Russlands Präsident Wladimir Putin Snowden Asyl in Aussicht gestellt. Allerdings müsste Snowden zunächst eine Bedingung erfüllen.

Präsident Wladimir Putin hat dem früheren US-Geheimdienstler Edward Snowden Asyl in Russland angeboten. Um die USA nicht zu harsch zu brüskieren, hat der Kremelchef seine Gastfreundschaft allerdings an Bedingungen geknüpft.

Mit Sacharow verglichen

Russland könne Snowden nur dann Asyl gewähren, wenn dieser «von seinen Bemühungen absehe, unseren amerikanischen Partnern Schaden zuzufügen», sagte Putin an einem Medientermin in Moskau anlässlich einer Konferenz der Gas exportierenden Länder.

Ferner betonte Putin, Snowden sei kein russischer Agent und der russische Geheimdienst habe auch keinen Kontakt mit ihm aufgenommen. Snowden betrachte sich selber als Rechts-Aktivist, als «Neuer Dissident», erklärte Putin und verglich Snowden im Weiteren mit dem Friedensnobelpreisträger Andrei Sacharow.

Snowden in Moskau nützt auch den USA

Video
Arthur Honegger über den Fall Snowden
Aus 10 vor 10 vom 01.07.2013.
abspielen

Wenn Snowden in Russland bliebe, würde dies vor allem die amerikanischen Geheimdienste nervös machen, ist SRF-Korrespondent Arthur Honegger in Washington überzeugt. «Sie gehen nach wie vor aus, dass Snowden mit den russischen Geheimdiensten kooperieren muss, so lange er dort ist.» Es stelle sich die Frage, was alles auf den vier Laptops, die Snowden mit sich führt, zu finden ist.

Für die US-Regierung hingegen wäre es nicht nur schlecht, so Honegger. «Je länger Snowden in Moskau ist, desto tiefer sinkt sein Ansehen in den USA.» In den ersten Tagen nach den Enthüllungen galt er vielen Amerikanern als selbstloser Held. Mittlerweile werde er aber eher wie ein verzweifelter Überläufer angesehen.

Bemühungen um Lösung

Derweil laufen hinter verschlossenen Türen diplomatische Drähte heiss. Ein ranghoher russischer Regierungsvertreter teilte laut Meldung der Nachrichtenagentur RIA mit, die Präsidenten Wladimir Putin und Barack Obama  hätten die Sicherheitsbehörden FBI und FSB angewiesen, nach einer Lösung zu  suchen. Mit einem raschen Durchbruch sei allerdings nicht zu rechnen.

Auch Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat sich an der gleichen Energiekonferenz zu Wort gemeldet. Er schliesst nicht aus, dass auch sein Land dem Whistleblower Snowden politisches Asyl gewähren könnte.

Snowden meldet sich per Brief

Der Mann, der die ganze Affäre ins Rollen brachte, weilt weiterhin auf dem Flughafen Scheremetjewo in Moskau. Dies nicht zuletzt, weil die USA seinen Pass annulliert haben.

In einem Brief an die ecuadorianische Regierung, der offenbar der Nachrichtenagentur Reuter vorliegt, hat er sich nun aber zu Wort gemeldet. Er bedankte sich bei dem Land für dessen Bemühungen. Zudem sagte er, er wolle frei bleiben, um neue Enthüllungen zu veröffentlichen.

Nach einem Bericht der Zeitung «Los Angeles Times» hat der Verfolgte Asyl in 15 Ländern beantragt. Snowden soll die Anträge russischen Diplomaten im Transitbereich des Moskauer Flughafens überreicht haben, berichtete die Zeitung unter Berufung auf einen russischen Regierungsmitarbeiter. 

Aus der gleichen Quelle stammt die Meldung, Snowden habe offiziell in Russland um politisches Asyl gebeten.

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

8 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Hans Laban , Luzerner-Hinterland
    Die Überschrift zu diesem Artikel gilt auch für Putin.
    1. Antwort von Werner Wyssmann , Derendingen
      @ Luzerner Hinterländler. Haben Sie Probleme mit Putin oder wollen Sie ev. sein Schulmeister werden Es gefällt Ihnen offensichtlich nicht, dass Putin auch diesmal wieder mit seiner Strategie gesiegt hat!
  • Kommentar von Alois Wutz , Gerlafingen
    Irgendwie komisch... Snowden flüchtet vor den Klauen des Adlers in die Höhle des Bären. Wenn das bloss gut geht...
  • Kommentar von Werner Wyssmann , Derendingen
    Echt geheime Unterlagen kommen nicht unter die Augen eines Hilfspersonal-Angest. wie Snowden, "Ueberungs-geheime Dok. evtl. schon". Dies ist in den USA wohl ähnlich wie in der Schweiz. Also vergesst diesen Snowden bald so wie es dem Si Mann Meili ergangen ist, der in den USA Asyl erhielt, aber von dem heute niemand mehr spricht. Zudem hatten die US-CH-Beziehungen darunter keinen Deut gelitten. Meili und Snowden sind Leute, die sich medial ins Rampenlicht gestellt werden wollten.