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G20-Gipfel in Hamburg Putin und Trump vereinbaren Waffenruhe in Teilen Syriens

Die beiden Präsidenten trafen zum ersten Mal aufeinander. Doch nicht nur das gab am ersten Gipfel-Tag zu reden.

Legende: Video Trump und Putin reichen sich die Hand abspielen. Laufzeit 00:28 Minuten.
Aus SRF News vom 07.07.2017.

Treffen von Putin und Trump: Am Rande des 20-Gipfels haben sich die beiden Staatsoberhäupter fast zweieinhalb Stunden unterhalten. Am Ende einigten sie sich auf einen Waffenstillstand für den Südwesten Syriens. Die Waffenruhe, an der auch Jordanien beteiligt sei, solle am Sonntag beginnen, so der US-Aussenminister Rex Tillerson. «Es ist unser erster Erfolg», sagte er. Das sei aber nur ein erster Schritt, erklärte Tillerson. Ziel sei es, die Waffenruhe auf andere Regionen des Landes auszuweiten.

Trump bezeichnete das erste persönliche Treffen mit Putin als Ehre. Auch Putin sprach seinerseits von einem wichtigen beidseitigen Treffen und zeigte sich «erfreut» über das Zusammenkommen. In Bezug auf den mutmasslichen russischen Cyberangriff während den US-Wahlen sagt Tillerson, der russische Präsident habe eine Einmischung abgestritten.

Kampf gegen den Terror: Bei der ersten Arbeitssitzung der G-20 stand der Kampf gegen den Terror im Zentrum. Einerseits soll versucht werden, die Bedrohung durch zurückkehrende Kämpfer aus Konfliktgebieten besser in den Griff zu bekommen. Dazu soll nun der Informationsaustausch zwischen Nachrichtendiensten, Strafverfolgungs- und Justizbehörden schnell und gezielt ablaufen. Darin waren sich alle einig: Am Abschluss verabschiedeten die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer eine 21-Punkte-Erklärung. Darin betonen sie ihre Geschlossenheit.

Knackpunkt Klimaschutz: Am Freitag standen auch die Themen Weltwirtschaft, Handel und Klimaschutz auf der Agenda der G-20. Nach dem Gespräch zur Klimapolitik berichtet Merkel, dass die allermeisten Staats- und Regierungschefs sich zum Pariser Klimaabkommen bekannt haben. Die USA habe sich aber bedauerlicherweise vom Vertrag verabschiedet.

Am Morgen forderten die Brics-Schwellenländer (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) eine Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens. Sie plädierten zudem für ein offenes und transparentes Handelssystem.

Stahlindustrie als Zankapfel: EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker drohte im internationalen Stahlstreit im Falle neuer Strafzölle mit sofortigen Sanktionen. «Wir sind in gehobener Kampfesstimmung.» Protektionismus sei der absolut falsche Weg. Putin stimmte der Kritik zu. Laut Merkel hätten die allermeisten G20-Teilnehmer deklariert, dass sie einen freien aber auch fairen Handel brauchen. Auch China rief dazu auf, eine offene Weltwirtschaft zu schaffen.

Trump will die heimische Stahlbranche stärken und geht mit Strafzöllen unter anderem bereits gegen Salzgitter und die Dillinger Hütte vor. In Hamburg will er nach Angaben der US-Regierung von anderen G20-Ländern die Verringerung von Überkapazitäten verlangen.

Finanzen offenbar kein Problem: Als unstrittig gelten in Hamburg dagegen die Finanzthemen. «Da gibt es keine grösseren Probleme», sagte ein G20-Teilnehmer, ein anderer stimmte ihm zu. Die weitgehende Einigkeit gelte auch für das Thema Finanzregulierung, also strengere Regeln für Banken und Finanzwirtschaft, mit denen eine Wiederholung der Krise von 2008 ausgeschlossen werden soll. Entgegen Medienberichten habe die US-Regierung keine Abkehr von der bisherigen Linie bei diesem Thema signalisiert.

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31 Kommentare

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  • Kommentar von alfred maurer (zeitgeist)
    und ich habe immer gemeint es sei ein bürgerkrieg zwischen dem regime und den rebellen. dabei ist syrien offenbar ein kriegsspielfeld der weltmächte russland und amerika. trump gegen putin.
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  • Kommentar von Cherubina Müller (Fabrikarbeiterin)
    Nach Frankreich scheinen es nun vielleicht auch die USA eingesehen zu haben, dass ihre perfide Politik radikal-islamistische "Rebellen" zu Lasten der Mehrheit der Syrer zu unterstützen, welche gemäss der NATO-Studie 2013 nur 10% Rückhalt in Syrien und den Wunsch nach einem Scharia-Staat haben, in eine Sackgasse führt; die gestrige New York Times: Mr. Tillerson conceded that the United States may not have all the answers.“Maybe they’ve got the right approach and we’ve got the wrong approach”.
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  • Kommentar von Nonov Urbiz (Nachtvogel)
    Das ist doch schön. Mit Killary wäre das nie passiert.
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