Rätselraten um Chávez' Gesundheitszustand

Über den Gesundheitszustand von Venezuelas Staatschef Hugo Chávez kursieren widersprüchliche Informationen. «Stabil», «nicht frei von Risiken», «heikel» oder «komplex» wird sein Zustand von verschiedenen Seiten umschrieben.

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Bildlegende: Bei vielen Venezolanern sorgen die widersprüchlichen Angaben über den Zustand ihres Präsidenten Chávez für Nervosität. Keystone

Vize-Präsident Nicolas Maduro räumte vor dem Jahreswechsel in einer Fernsehansprache ein, Chavez' Zustand sei nach seiner vierten Krebsoperation in Kuba in Folge neuer Komplikationen «heikel». Dagegen betonte Chávez' Schwiegersohn, Wissenschaftsminister Jorge Arreaza nun, sein Zustand sei «stabil».

Derweil forderte Informationsminister Ernesto Villegas die Bevölkerung auf, sich nicht von Informationen in die Irre führen zu lassen, die über Twitter verbreitet werden. Zuvor hatte der venezolanische Arzt José Rafael Marquina getwittert, Chávez habe eine Lungenembolie erlitten.

Amtsantritt am 10. Januar?

Der im Oktober wiedergewählte Chávez soll am 10. Januar seine neue, bis 2019 dauernde Amtszeit antreten. Sollte er dazu nicht in der Lage sein, gibt es verfassungsgemäss Neuwahlen.
 
Maduro und Parlamentspräsident Diosdado Cabello erklärten jedoch bereits, dass Chávez auch später vereidigt werden könnte. Auch der konservative Oppositionsführer Henrique Capriles stimmte dem zu. Cabello sagte zudem, er werde nicht, wie in der Verfassung vorgesehen, Chávez im Fall seiner Verhinderung vertreten.