Rätselraten um mögliche Absturzursache der MH370

War es Sabotage, eine Entführung oder doch ein technisches Problem? Die Untersuchungen zur Absturzursache des immer noch verschollenen malaysischen Flugzeugs laufen auf Hochtouren.

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Black Box ist wohl kaum zu finden

2:21 min, aus Tagesschau vom 25.3.2014

Die abgestürzte Maschine der Malaysia Airlines mit der Flugnummer MH370 ist zwar noch immer verschollen. Die Ermittlungen rund um ihren Absturz laufen unterdessen aber auf Hochtouren.

Die Untersuchungsbehörden ermitteln unter anderem wegen Sabotage und Entführung. Auch ein technisches Problem wird nicht ausgeschlossen.

Ein Grafik mit einer Karte zum Absturzort des verschollenen Flugzeugs. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Seit Montag ist klar: Flug MH370 stürzte vor der westaustralischen Stadt Perth ins Meer. SRF

Aus der neuen Analyse von Satellitendaten geht hervor, dass das Flugzeug zwischen 1.11 Uhr und 2.15 Uhr Schweizer Zeit im Indischen Ozean abgestürzt ist. Der Flug Richtung Peking endete demnach zwischen siebeneinhalb und achteinhalb Stunden nach dem Start in Kuala Lumpur. Genauso lange habe auch der Treibstoff an Bord gereicht, sagte der malaysische Verkehrsminister Hishammuddin Hussein.

Warum das Flugzeug vom Kurs Richtung Peking abwich und in entgegengesetzter Richtung flog, ist unklar.

Suche soll am Mittwoch weitergehen

Inzwischen hat ein Sturm und heftiger Regen die Suche nach dem Wrack des Flugzeugs vor Australien unterbrochen. Die Gefahr für die Mannschaften von bis zu zehn Suchflugzeugen im Gebiet rund 2500 Kilometer südwestlich der australischen Küste sei schlicht zu gross, entschied die Seesicherheitsbehörde.

Am Mittwoch soll die Situation wieder etwas besser werden. Dann, so die Hoffnung, kann das aus der Luft gesichtete Treibgut endlich geborgen und identifiziert werden.

Malaysias Verkehrsminister verteidigt Vorgehen (engl.)

0:32 min, vom 25.3.2014

Minister verteidigt Regierung

Verkehrsminister Hussein bestätigte derweil auf einer Medienkonferenz noch einmal, dass man das mögliche Absturzgebiet mittlerweile sehr gut habe eingrenzen können. «Neue Analysen und Nachforschungen haben uns unseren Fokus bei der Suche auf den südlichen Teil des südlichen Flugkorridors legen lassen.»

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Trauer kippt in Wut um

Familienangehörige weinen und demonstrieren vor der malaysischen Botschaft.

reuters

In Peking ist es zu Zusammenstössen zwischen der Polizei und Angehörigen von Passagieren des Flugs MH370 gekommen. Die Angehörigen warfen Wasserflaschen auf die Sicherheitskräfte, welche die Botschaft abschirmten. Sie forderten von der Regierung in Kuala Lumpur und der Fluggesellschaft Malaysia Airlines Erklärungen.

Zugleich verteidigte Hussein das bisherige Krisenmanagement seiner Regierung: «Die Nachrichten des gestrigen Tages waren für die Angehörigen der 239 Flugpassagiere unvorstellbar hart. Aber wie der Premierminister bereits sagte, haben wir die neuen Erkenntnisse auch aus Respekt vor den Familienangehörigen veröffentlicht.» Denn während der gesamten Ermittlungen habe man sich von zwei Prinzipien – Transparenz und Respekt – leiten lassen.

Flugzeug ist ins Meer gestürzt

Seit Montag ist klar: Flug MH370 stürzte vor der westaustralischen Stadt Perth ins Meer.

Neu ausgewertete Satellitendaten zur zurückgelegten Flugstrecke der Boeing 777 hätten dies ergeben, teilte der malaysische Regierungschef Najib Razak mit. Die Nachricht, die eigentlich niemand hören wollte, wurde von den Angehörigen mit Schreien der Verzweiflung, mit Wut oder einfach nur mit einem stummen Weinen aufgenommen.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Gewissheit um vermisstes Flugzeug

    Aus Tagesschau vom 25.3.2014

    Neue Auswertungen von Satellitendaten belegen den Absturz des verschollenen malaysischen Flugzeuges. Die Maschine fiel westlich von Australien in den Indischen Ozean. Die Suche nach Trümmern musste wegen schlechten Wetters erneut unterbrochen werden.