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International Rassismus in Frankreich – die Ängste einer Gesellschaft

Die rassistischen Äusserungen gegen die dunkelhäutige Justizministerin sind nur die Eiterbeule eines tiefer liegenden Problems. Die französische Gesellschaft ist in der Krise. Ein Historiker erklärt.

Christiane Taubira musste in den letzten Wochen viel ertragen. Frankreichs dunkelhäutige Justizministerin wurde öffentlich mehrmals angegriffen und mit einem Affen verglichen. Taubira hatte daraufhin die zunehmende Gleichgültigkeit in Frankreich gegenüber rassistischen Ausfällen angeprangert.

Damir Skenderovic, Historiker an der Universität Freiburg, hat über Rassismus und Rechtsextremismus geforscht. Die rassistischen Äusserungen in Frankreichs Öffentlichkeit kommen für ihn nicht von ungefähr.

SRF: Welche Gründe sehen Sie für die rassistischen Angriffe?

Samir Skenderovic: Man muss die Entwicklung des Front National anschauen. Die Partei hat in den letzten zwei oder drei Jahren unter Marine Le Pen versucht, eine – zumindest vordergründig – nicht mehr so fremdenfeindliche Politik zu machen. Das ist eine Verweichlichung der harten Linie des Front National, welche ihr Vater Jean-Marie Le Pen früher gefahren hatte.

Nun meldet sich dieser alte Kern des Front National zurück. Diese Menschen sind mit der neuen Ausrichtung der Partei nicht einverstanden. Sie äussern sich öffentlich rassistisch oder sie demonstrieren. Sie wollen, dass der alte Front National weiterlebt.

Die Politiker bieten Lösungen mit einer Sündenbock-Politik an, statt sich um die wirklichen ökonomischen Fragen zu kümmern.

Warum fallen diese rassistischen Äusserungen auf fruchtbaren Boden?

Ich glaube, es gibt zwei Momente, die eine Rolle spielen: Einerseits gibt es in Frankreich in den letzten zehn Jahren einen permanenten Krisendiskurs, sozialer, ökonomischer Art. Dieser Diskurs ist Ausdruck einer Orientierungslosigkeit.

Zweitens werden in Frankreich in der Folge Lösungen für diese Krisen gesucht. Und gerade Politiker verweisen dabei gerne auf die Immigration. Das ist ein Scheingefecht, weil die Politiker mit einer Sündenbock-Politik Lösungen anbieten, statt sich um die wirklichen ökonomischen Fragen zu kümmern. Das sind die Ursachen, weshalb eine Desintegration in der Gesellschaft stattfindet.

Es sind vor allem rechtsextreme Politiker, die Rassismus schüren?

Gucken wir auf die letzten 15 Jahre in Europa, insbesondere auf Frankreich: Es haben sich Parteien etabliert, die prioritär auf ihrer Agenda Themen wie Migration, muslimische Einwanderung, nationale Identität und so weiter haben. Sie fahren einen Diskurs der Ausgrenzung und der Diskriminierung. In der Folge wurden gewisse Themen und Äusserungen enttabuisiert, sie wurden salonfähig.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    In Frankreich geht es nicht um klassischen Rassismus - in Frankreich geht es darum, dass dieses Land massiv islamisiert wird und als erstes in Europa zu kippen droht. Was in der gesetzlosen Moslem-Hochburg Marseille mit seinen No-Go-Areas für Autochtone abgeht, ist ein Vorgeschmack auf das, was ganz Frankreich droht, wenn nicht endlich das Steuer herumgerissen wird. Die Sozialisten sind dazu genauso wenig willig/fähig wie die UMP - keine Wunder hat der Front National Zustrom wie nie zuvor!
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Kann jemand erklären, warum auf einer nicht allzu alten Filmaufnahme ein schwarzer Mann und eine schwarze Frau dicht neben und hinter dem Vater Le Pen die Marseillaise singen? Das zeigt doch, dass die Probleme viel tiefer liegen. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern gehört Frankreich zu denen, wo der angebliche Rassismus nie ein echtes Problem war. Das zeigt uns schon seit mehr als 20 Jahren z.B. auch die franz. Fussball-Nati, die 1998 und 2000 Welt- und Europameister wurde.
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  • Kommentar von M. Tisserand, Schweiz
    Ja genau, die Le Pen ist schuld! Ach, wie einfach ist die Welt gestrickt...
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