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Raumstation ISS Leck in einem Modul der Internationalen Raumstation ISS

  • In der Internationalen Raumstation (ISS) gibt es Lecks.
  • Fünf Raumfahrer mussten sich vorübergehend in das Dragon-Raumschiff begeben.
  • Dies teilt die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit.

Die Lecks seien an einem Transfertunnel am Swesda-Modul gefunden worden. «Die Risse waren schon immer ein Problem, das die Nasa sehr genau beobachtet», schrieb Nasa-Sprecherin Bethany Stevens auf X. Wegen neuer Risse habe die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos beschlossen, «umfangreichere Reparaturen» vorzunehmen.

Wenig später heisst es in einem weiteren Post der Nasa-Sprecherin allerdings, Roskosmos habe die Reparaturen pausiert, es würden weitere Messungen erfolgen und Daten gesammelt. Die Raumfahrer seien daher angewiesen worden, auf die Raumstation zurückzukehren.

Astrophysiker Thomas Zurbuchen: «Es ist wie bei einem alten Auto»

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SRF: Sind Sie über die Lecks auf der ISS überrascht?

Thomas Zurbuchen: Nein, leider nicht, wir hatten Probleme mit kleinen Löchern auf dem russischen Teil der ISS. Bereits 2022 und 2023 wurden dort kleine Risse festgestellt. Wir wissen, dass so etwas passieren kann. Es ist wie bei einem alten Auto – und die ISS ist seit über 20 Jahren im All. Was uns allerdings überrascht, ist, dass diese Risse nicht gut repariert wurden. Die Russen sagten, sie hätten die Löcher repariert, doch dann trat erneut Luft raus, so auch heute.

Was bedeutet das für die Besatzung?

Im besten Fall kann eine oder einer der sieben Astronautinnen und Astronauten die Löcher flicken – eventuell mit Kitt, wie man es auch bei einem Tank auf der Erde tun würde. Beim mittleren Szenario gelingt die Reparatur nicht und es wird gefährlich. Wenn die Luft verloren geht, kann man dort irgendwann nicht mehr gut leben. Dies kann Tage bis Wochen dauern. Der schlimmste Fall wäre, dass es zu vielen Rissen kommt und im Innern ein Druck und draussen ein Vakuum entsteht. Die ISS könnte sich dann wie eine Büchse mit Überdruck öffnen. Würde dies geschehen, wenn sich die Besatzung auf der ISS befindet, wäre dies gar nicht gut.

Jetzt wird eine Evakuierung vorbereitet. Welche Möglichkeiten dazu gibt es?

An der ISS sind genug Kapseln angedockt, damit die ganze Besatzung abreisen kann. Die Leute könnten einfach einsteigen und zurückfliegen. Dies wird nun im Detail vorbereitet. Und es wird sichergestellt, dass die Astronautinnen und Astronauten gehen können, falls sie dies müssen.

Wie viel Zeit haben die Astronautinnen und Astronauten?

Ohne detaillierte Informationen ist das schwierig zu beurteilen. Im Jahr 2024 gingen bei einem Loch pro Tag zwei Kilogramm Luft verloren. Bei einem solchen Fall liegt die Zeitskala bei Stunden oder Tagen. Ich hoffe aber, dass das Loch so repariert werden kann, damit sich die Leute von allen Nationen dort oben sicher fühlen. Und dass sie zu ihren Familien zurückkehren können, ohne dass es eine Krise gibt.

In einer Mitteilung von Roskosmos hiess es: «Die Sicherheit der Besatzung und der Bordsysteme ist nicht gefährdet, der Druck an Bord der ISS ist stabil und wird auf dem vorgesehenen Niveau gehalten.» Die Kosmonauten hätten zwei potenzielle Lecks gefunden. Eine Stelle sei umgehend durch das Auftragen mit einer ersten Schicht einer Dichtungsmasse abgedichtet worden. Derzeit liefen Vorbereitungsarbeiten für die Abdichtung der zweiten Stelle.

Die Raumstation mit 16 Solarmodulen über der bewölkten Erde im Hintergrund.
Legende: Die Internationale Raumstation (ISS) mit den Sonnenkollektoren und der modularen Station in einer Aufnahme vom März 2009. Reuters / NASA

SRF 3, 5.6.2026, 16:50 Uhr ; 

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