Neue italienische Regierung ohne Berlusconi

Der ehemalige Ministerpräsident lehnt einen Posten im neuen Regierungskabinett ab. Die neue Regierung soll verjüngt werden. Enrico Letta hat Staatspräsident seine Vorschläge unterbreitet. Nächste Woche könnte das Kabinett stehen.

Silvio Berlusconi hinter einem Mikrofon Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: «Es ist gut so», sagt Silvio Berlusconi zu dem Gerücht, dass Staatspräsident Napolitano eine jüngere Regierung wolle. Keystone

Silvio Berlusconi erklärte in einem Fernsehinterview, er sei nicht an einem Ministerposten im neuen Kabinett interessiert. «Napolitano will in der neuen Regierung einer jüngeren Generation und mehreren Frauen den Vorrang geben. Das schliesst mich aus, aber es ist gut so. Ich habe keine Lust, in die Regierung einzusteigen», sagte der 76jährige.
 
Der Medienmagnat zeigte sich zuversichtlich, dass eine grosse Koalition aus seiner Mitte-rechts-Partei Popolo della Libertà (PdL) und des Partito Democratico (PD) des designierten italienischen Premiers Enrico Letta zustande komme. «Die Verhandlungen schreiten gut voran. Von Lettas Seite ist das Verhalten sehr positiv.»

Regierung mit Fachleuten

 
Enrico Letta traf am Freitag den italienischen Präsidenten Giorgio Napolitano. Die beiden hätten die Liste der künftigen Minister erörtert, verlautete es in Rom. Nach Angaben italienischer Medien sollen der neuen Regierung Politiker und Fachleute angehören.
 
Erwartet wird, dass Letta Staatspräsident Giorgio Napolitano am Sonntag seine Ministerliste vorlegt. Am Montag könnte sich dann das neue Kabinett der Vertrauensabstimmung in der Abgeordnetenkammer und am Dienstag im Senat unterziehen.