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International Rekordrettung auf dem Mittelmeer

Die italienische Küstenwache hat gestern rund 6500 Flüchtlinge im Mittelmeer in Sicherheit gebracht. Das seien so viele wie noch selten an einem einzigen Tag, teilte die Behörde mit.

Legende: Video Mittelmeer-Route für Flüchtlinge immer gefährlicher abspielen. Laufzeit 0:52 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 30.08.2016.

Gestern sind im Mittelmeer rund 6500 Flüchtlinge aus Seenot gerettet worden. Die italienische Küstenwache koordinierte nach eigenen Angaben 40 Rettungseinsätze. Daran war demnach eine Reihe von Schiffen der Küstenwache und der italienischen Marine beteiligt. Auch die EU-Marinemission «Sophia» zum Kampf gegen Schlepper, die EU-Grenzschutzagentur Frontex und humanitäre Organisationen halfen bei der Rettung der Flüchtlinge.

Ein Schlauchboot mit Soldaten vor einem überfüllten Holzboot.
Legende: Italienische Soldaten retten Flüchtlinge zwischen Libyen und Italien. Keystone

Laut der Organisation «Ärzte ohne Grenzen» waren unter den geretteten Flüchtlingen zahlreiche Babys und Kleinkinder. Ein fünf Tage altes Neugeborenes wurde mit dem Helikopter in ein italienisches Spital geflogen.

In vier Tagen 10'000 geretttet

Es handle sich um eine der grössten Zahlen von Geretteten an einem einzigen Tag, teilte die Küstenwache weiter mit. Bereits vorgestern waren in dem Gebiet über 1100 Flüchtlinge gerettet worden. Insgesamt seien in den vergangenen vier Tagen rund 10'000 Menschen zwischen der libyschen Küste und Italien in Sicherheit gebracht worden, hiess es von der Küstenwache.

Damit dürfte die Zahl der Schutzsuchenden, die seit Jahresbeginn über das Mittelmeer Italien erreichten, auf mehr als 112'500 steigen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres lag die Zahl bei 116'000 ankommenden Flüchtlingen.

Auch heute viele Einsätze erwartet

Wegen des sommerlichen Wetters und der ruhigen See wagen derzeit wieder mehr Flüchtlinge die Überfahrt von Afrika aus über das Mittelmeer. Der Küstenwache zufolge stellen sich die Behörden wegen der guten Wetteraussichten auch heute wieder auf viele Einsätze ein.

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67 Kommentare

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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Die NATO hilft bei der Flucht. Unterstützt werden die Flüchtlinge und ihre Schlepper von der NATO: Je mehr EU- oder NATO-Schiffe Jagd auf Schlepper machen, desto einfacher, sicherer und einträglicher wird deren Geschäft. Denn die regelmässig mit über 100 Migranten besetzten Schlauchboote müssen nicht mehr aus eigener Kraft Lampedusa oder Sizilien erreichen. Ausserhalb der libyschen Zwölf-Meilen-Zone kreuzen die EU-Schiffe und retten die Migranten aus den Booten, berichtet die Presseagentur dpa.
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    1. Antwort von Margot Helmers (Margot Helmers)
      Googeln Sie mal nach "Replacement Migration" (man kann da den Bericht auf deutsch anklicken), ein Programm der UN zum Erhalt des Bevölkerungsstandes in Europa, nach der "Barcelona Declaration" oder nach dem was der EU Vize Frans Timmermans letztens zu "monokulturellen Staaten" gesagt hat. Dazu noch das "Hirsi" Urteil. Die werden alle nach Italien gebracht, viele gehen Richtung Norden und stranden in Como. Dann heisst es wieder es wäre ein "schweizer" Problem und eine "schweizer" Verantwortung.
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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Die Rettung aus Seenot im Mittelmeer, wie es zuletzt für hunderte Menschen vor der libyschen Küste der Fall war, dürfe kein „Ticket nach Mitteleuropa“ sein, sagte Kurz. Australien habe es geschafft, „dass keine illegalen Migranten mehr kommen und auch keiner mehr ertrinkt“, sagte der Aussenminister. Das System der EU führe derzeit dazu, „dass tausende Menschen im Mittelmeer ertrinken, weil sie sich Hoffnungen machen und auf diese gefährliche Reise begeben“.
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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Österreichs Aussenminister will Flüchtlingsboote im Mittelmeer zum Umkehren zwingen. Libyens Regierungschef hält dagegen: Wir werden nicht akzeptieren, dass die EU Migranten zu uns zurückschickt. Europa muss Wege finden, sie in ihre Heimatländer zurückzubringen. Sie können nicht bei uns leben. Der österreichische Aussenminister Sebastian Kurz schlägt vor, Flüchtlinge mit dem Ziel Europa im Mittelmeer abzufangen und in ihre Heimat zurückzuschicken oder auf Inseln festzuhalten.
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