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International Rom gewährt Ablass für Abtreibungen

Einer Frau, die abgetrieben hat, soll verziehen werden. Und auch den Ärzten, die Abtreibungen vorgenommen haben, soll vergeben werden. Das sagt nicht irgendwer – das sagt Papst Franziskus. Das klingt radikal, ist aber kaum so gemeint.

Papst Franziskus im Dunkeln vor einer breiten Säule, die rechte Hand erhoben.
Legende: «Vergib mir, denn ich habe gesündigt»: Beichtstühle stehen Frauen und Ärzten, die Abtreibungen vorgenommen haben, offen. Reuters

Nächstes Jahr feiert die katholische Kirche ein Jubel- beziehungsweise ein Heiliges Jahr. Damit war und ist traditionellerweise ein Ablass verbunden. Schon im Mittelalter pilgerten Sünder mit harten und zuweilen mit weichgekochten Erbsen in den Schuhen nach Rom – in der Hoffnung, ihr Gewissen so zu erleichtern.

Seit jeher hatten die Beichtväter in Heiligen Jahren besondere Vollmachten. An diese uralte Sitte knüpft auch der neue, von vielen als modern empfundene Papst Franziskus an. Und er verspricht etwas, was noch nie ein Papst zuvor versprochen hat.

Frauen, die ihre Abtreibung bereuen und beichten, soll verziehen werden. Auch jenen Gynäkologen, die Abtreibungen vorgenommen haben und dies beichten, soll vergeben werden. Die Tür, die der Papst damit weit aufstösst, war bisher nur einen winzigen Spalt weit offen: Bisher konnten nur Bischöfe in solchen Fällen Vergebung versprechen. Nun soll jeder der rund 400'000 Priester weltweit eine entsprechende Beichte abnehmen können.

Regelung aufs Jubeljahr beschränkt

Das ist ein Wandel, gewiss. Aber es ist einer in der Form, nicht in der Substanz. Denn der Papst bezeichnet die Abtreibung an sich weiterhin explizit als eine Sünde. Zudem ist die päpstliche Gnade befristet: Sie beginnt mit dem Heiligen Jahr am kommenden 8. Dezember und erlischt mit ihm am 30. November 2016.

Noch bevor das Heilige Jahr mit Pomp eingeläutet wird, treffen sich im Oktober Bischöfe aus aller Welt zur sogenannten Familiensynode. Dabei geht es auch um Themen wie Scheidung und Homosexualität. Es dürfte Änderungen geben. Und auch diese werden wohl eher die Form, und weniger den Inhalt betreffen.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Karl Huber (karih)
    Franziskus ist ein Jesuit. Die Anweisung an Jesuitenpatres lautet: "Tace et absolve", also etwa "Schweig und erteile die Absolution". Wenn die Kirche sich nach den Regeln von Ignatius richtete, wäre sie vernünftiger und gleichzeitig emotionaler, also einfach menschlicher.
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  • Kommentar von Charles Halbeisen (ch)
    Früher hatte die katholische Kirche mit dem Ablasshandel gutes Geld verdient. Dieser neu erfundene Ablass wegen Abtreibung ist vermutlich gratis. Die Nachfrage wird sich trotzdem in Grenzen halten.
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  • Kommentar von Martin Wellauer (wellauer)
    Fast schon peinlich, wie viele theologische Fehler dieser Artikel enthält: 1. Abtreibung ist und bleibt eine Sünde, daran möchte auch der Papst nichts ändern. 2. Jede Sünde, die bereut wird, wird vergeben. Das war auch bei der Abtreibung schon immer so. 3. Beim Ablass handelt es sich nicht um die Vergebung von Sünden, sondern um das Erlassen der Sündenfolgen (sog. zeitliche Sündenstrafen). 4. Ein Ablass kann nur auf Sünden gewährt werden, die schon gebeichtet und vergeben wurden.
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    1. Antwort von Dölf Meier (Meier Dölf)
      Bereut man die Sünde so wird sie von Gott vergeben. Es braucht keinen Ablass. Damit hat die katholische Kirche Schindluderei getrieben.
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