Rom: Letta bekommt Verschuldung nicht in den Griff

Die Schuldenuhr Italiens tickt weiter gnadenlos: Allen Bemühungen zum Trotz wurde nun ein neuer Höchststand erreicht.

Enrico Letta. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Trotz wachsender Schulden will die Regierung von Enrico Letta ein weiteres Sparpaket vermeiden. Keystone

Italien hat mit seinen Staatsschulden einen neuen Rekordstand erreicht: Im Mai kletterte der Schuldenberg auf 2074,7 Milliarden Euro. Das teilte die italienische Notenbank mit.

Das sind 33,4 Milliarden Euro mehr als im Vormonat. Im März 2012 hatte Italiens Verschuldung erstmals die Schwelle von zwei Billionen Euro überschritten.

Schafft Rom die Defizitvorgaben?

Die Regierung von Premier Enrico Letta will dennoch ein weiteres Sparpaket vermeiden. Der Premier bemüht sich derzeit, die notwendigen Gelder zur Abwendung einer Erhöhung der Mehrwertsteuer aufzutreiben.

Dazu sind laut Schätzungen rund fünf Milliarden Euro notwendig. Weitere 1,4 Milliarden muss das Kabinett für die Finanzierung sozialer Massnahmen auftreiben. Sollte das nicht gelingen, könnte Italien wieder die Drei-Prozent-Defizitschwelle überschreiben, heisst es aus Regierungskreisen.

Gleichzeitig mit der Suche nach frischen Geldmitteln wird sich Letta auch mit den Chefs der Koalitionsparteien kurschliessen. Ein Gipfeltreffen ist für Donnerstag geplant.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Enrico Letta hat das Vertrauen des Parlaments

    Aus 10vor10 vom 29.4.2013

    Am späten Abend hat Enrico Letta die Vertrauensabstimmung im italienischen Parlament gewonnen. Der neue Regierungschef will eine neue Wachstumsstrategie durchsetzen und seine Kollegen in Paris und Berlin davon überzeugen, dass Sparen alleine keine Lösung für sein Land sein könne.