Russland bereitet neue Verfahren gegen Chodorowski vor

Seit über zehn Jahren sitzt der einst reichste russische Oligarch Michail Chodorkowski hinter Gittern. Die russische Justiz wirft ihm Geldwäscherei und Mord vor. Menschenrechtler bezweifeln dies. Nun hat Russland erstmals weitere geplante Verfahren im umstrittenen Fall angekündigt.

Im Fall des seit zehn Jahren inhaftierten Kremlgegners Michail Chodorkowski kommt Bewegung: Die russische Justiz hat erstmals weitere geplante Verfahren bestätigt.

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Bildlegende: Einst der reichste Oligarch Russlands – jetzt ein Inhaftierter des Gefangenenlagers: Michail Chodorkowski. Keystone/Archiv

Chodorkowski ist der prominenteste politische Gefangene in Russland. Er ist einer der schärfsten Gegner von Kremlchef Wladimir Putin. Der frühere Öl-Manager vermutet seit langem, dass Putin alles tue, um ihn dauerhaft im Straflager politisch kaltzustellen.

Es soll um Mord und Geldwäscherei gehen

Es soll um Geldwäsche in der Höhe von zehn Milliarden US-Dollar (7,3 Milliarden Euro) im Ausland gehen, zitierte Interfax eine nicht näher benannte Justizquelle. Darin verwickelt sei sein ehemaliger Ölkonzern Yukos. Seit Jahren wird auch darüber spekuliert, ob der frühere Milliardär Chodorkowski noch wegen Mordes angeklagt werden könnte.

Michail Chodorkowski hatte gehofft, im nächsten Jahr frei zu sein. Doch dies dürfte immer unwahrscheinlicher werden.