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International Russland greift erstmals aus dem Iran in Syrien ein

Langstreckenbomber und Jagdflugzeuge haben vom iranischen Stützpunkt Hamadan aus Angriffe gegen islamistische Milizen in Syrien geflogen.

Legende: Video Russland rüstet auf abspielen. Laufzeit 02:00 Minuten.
Aus Tagesschau vom 16.08.2016.

Russland hat seine Schlagkraft im Syrien-Krieg erstmals durch die Nutzung einer iranischen Luftwaffenbasis verstärkt. Mehrere russische Kampfflugzeuge hätten von Hamadan aus Angriffe geflogen, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.

Durch die Nutzung der Basis im Westen des Irans verkürzt sich laut Medienberichten die Flugzeit nach Zentralsyrien um mehr als die Hälfte im Vergleich zu einem Einsatz von Russland aus. Die Entfernung von Hamadan nach Mittelsyrien beträgt rund 900 Kilometer.

Angriffe auf IS-Extremisten und islamistische Gruppe

Nach den Angaben des russischen Verteidigungsministeriums galten die Angriffe
der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) sowie der früher als Al-Nusra bekannten Miliz in den syrischen Provinzen Aleppo, Idlib und Deir al-Sur. Fünf grosse Waffendepots seien dabei vernichtet worden sowie ein militärisches Ausbildungslager und drei Kommandozentren. Auch zahlreiche Kämpfer seien getötet worden.

Die in Grossbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, bei den heftigen Luftangriffen seien zahlreiche Menschen getötet worden. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die Streitkräfte bemühten sich sehr, zivile Opfer bei den Luftangriffen zu vermeiden.

Heftige Kämpfe um Aleppo

Aleppo ist die umkämpfteste Stadt im syrischen Bürgerkrieg. Aufständische kontrollieren den Osten der Metropole, regimetreue Kräfte den Westen. Im Juli war es Anhängern der syrischen Regierung gelungen, die Rebellengebiete von der Aussenwelt abzuschneiden. Dort leben noch bis zu 300'000 Menschen unter katastrophalen Bedingungen. Anfang August konnten Regimegegner jedoch eine neue Versorgungsroute freikämpfen.

Russland unterstützt wie der Iran den syrischen Präsidenten Assad im inzwischen fünfjährigen Krieg gegen die Rebellen, während eine Allianz westlicher und arabischer Staaten einige Aufständische unterstützt, die Assad stürzen wollen. Zudem fliegen sie ebenfalls Luftangriffe gegen den IS. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz bezeichnete die Schlacht um Aleppo als einen der verheerendsten urbanen Konflikte der Neuzeit.

Gemeinsam für Assad

Erst vergangene Woche hatte Kremlchef Wladimir Putin den iranischen Präsidenten Hassan Rohani zu Beratungen getroffen. Rohani sprach sich nach einer Mitteilung des Kremls dafür aus, gemeinsam mit Russland Sicherheit und Stabilität in der Region zu stärken. Iran hat Militärberater und auch Bodentruppen nach Syrien entsandt.

Die russische Luftwaffe fliegt seit September 2015 Angriffe in Syrien. Sie nutzt dafür vor allem einen Stützpunkt in der Provinz Latakia. Zuletzt waren Langstreckenbomber auch immer wieder von Basen auf russischem Gebiet gestartet.

Auch China für Assad im Einsatz?

Auch China für Assad im Einsatz?
Auch China erklärte, es wolle seine militärische Zusammenarbeit mit Syrien ausbauen. Die Armeen beider Staaten hätten traditionell freundschaftliche Beziehungen, sagte Guan Youfai von der Zentralen Militärkommission bei einem Besuch in Damaskus, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Demnach traf der für internationale Beziehungen zuständige Offizier den syrischen Verteidigungsminister Fahad Dschassim al-Freidsch. Die Armee der Volksrepublik wolle den Austausch und die Zusammenarbeit mit der syrischen Armee vertiefen, wurde Guan zitiert. Demnach einigten sich beide Seiten auf die Lieferung von Hilfsgütern durch die Streitkräfte der Volksrepublik. Einzelheiten wurden nicht bekannt.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    RU und vor allem China werden den Iran schützen. Eine Täuschung wie in Libyen wird kein 2. Mal funktionieren. Was die USA mit KSA und weiteren Emiraten kann, kann RU/China auch. Von Rechts wegen sollten gewisse Leute schon lange eine vor Mauls bekommen, wenn sie wieder einmal scheinheilig von Freiheit/Demokratie faseln und sie eigentlich nur das $-Zeichen in den Augen haben. Es wird Zeit, dass in Syrien wenigstens noch ein kleiner Rest gerettet wird, im Interesse der verbleibenden Menschen.
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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Russland will nicht nur aus dem Iran aus fliegen können, sondern es steht ebenso die Nutzung des Nato-Stützpunkts Incirlik in der Türkei zur Debatte. Dafür verhandelt nun Putin mit Erdogan himself.
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    1. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Die Verhandlungen kann er beenden. Denn sein neuer "Freund" unterstützt die Islamisten. Was wird hier eigentlich gespielt? Ist das die Wahrheit.? Vielleicht umgeht er bewusst die Türkei, gerade deshalb.
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  • Kommentar von Stanic Drago (Putinversteher)
    Durch nutzung iranische Base können russische Flugzeuge 3 mal mehr Last mitnehmen und lànger über Kampf Gebiet kreisen. Noch mit klare einmischung von China sieht mann, dass Russland nicht so isoliert ist wie unsere Medien gerne uns zeigen. Es entsteht einen Mächtige Achse welche sich nicht mehr alles von USA bitten lässt.
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    1. Antwort von Vale La Pena (Vale La Pena)
      Wenn man sich vor Augen führt, dass Demokratie in dieser Welt nicht das dominante aber was den Frieden betrifft das erfolgreichste Staatsmodell ist, dann sieht die Rechnung anders aus. Die Werte die hier vertreten werden haben mehr mit Deeskalation und Humanismus zu tun als sie von Assad, Putin, Rohani und Jinping zusammengenommen vertreten werden. Mich interessieren die Bedürfnisse der Menschen mehr als die Haltungen und Strategien von irgendwelchen machtbesessenen Politikern...!!
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