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Ein Jahr vor der Fussball-WM «Russland will Grösse demonstrieren»

Beim Confederations Cup ist Fussball Nebensache. Im Fokus steht beim Testlauf für die Fussball-Weltmeisterschaft in einem Jahr vor allem Gastgeber Russland.

Legende: Audio Mit Sport zu alter Grösse? abspielen. Laufzeit 04:52 Minuten.
04:52 min, aus Echo der Zeit vom 17.06.2017.

Wie gut ist Russland auf die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr vorbereitet? Noch ist Russland nicht ganz bereit: Mehr als die Hälfte der insgesamt zwölf Fussball-Stadien ist noch im Bau. Auch verschiedene andere Infrastruktur-Projekte sind noch nicht fertiggestellt. «Es herrscht in Russland allerdings allgemein Zuversicht, dass bis zum Anpfiff der WM in einem Jahr alle nötigen Arbeiten abgeschlossen sind», sagt SRF-Russland-Korrespondent David Nauer.

Russischer Fussball wird oft mit Hooligan-Gewalt in Verbindung gebracht. Wie steht es um die Sicherheit? «Ich denke nicht, dass sich Fussballfans während der WM oder auch jetzt während des Confederations Cup Sorgen um ihre Sicherheit machen müssen», sagt David Nauer. Die russischen Behörden seien sich des Gewaltproblems im russischen Fussball bewusst; entsprechend massiv sei die Polizeipräsenz bei Fussballspielen. Das sei quasi die positive Seite eines autoritären Staates wie Russland sagt Nauer: «Der aufgeblähte Sicherheitsapparat kann für Sicherheit sorgen.»

Warum richtet Russland sportliche Grossanlässe aus? Mit den olympischen Winterspielen 2014, dem Confederations Cup in diesem und der WM im kommenden Jahr ist Russland innert kurzer Zeit Gastgeber von drei Sport-Grossanlässen. «Der Kreml knüpft damit an eine Tradition aus der Sowjetzeit an», sagt David Nauer. Spitzensport und sportliche Grossanlässe würden eingesetzt, um die Grösse Russlands zu demonstrieren. «Und zwar sowohl vor der eigenen Bevölkerung wie auch vor der Welt.» Dahinter stecke wohl der tiefe Wunsch der russischen Führung, dass das Land in der Welt geachtet und beachtet werde.

Freut sich die Bevölkerung auf die Fussball-WM? «Mir scheint, die Fussballbegeisterung im Kreml ist grösser als bei den Menschen in Russland», sagt David Nauer. Auch der bisherige Ticket-Absatz beim Confederations Cup lässt nicht gerade auf Begeisterung schliessen. Zwei Tage vor dem Eröffnungsspiel waren erst 70 Prozent der Tickets verkauft. In Brasilien vor vier Jahren waren es zum gleichen Zeitpunkt 90 Prozent gewesen. «Man kann selbst für die Spiele der russischen Nationalmannschaft noch Tickets kaufen», sagt David Nauer.

David Nauer

David Nauer

David Nauer ist Korrespondent von Radio SRF in Russland. Von 2006 bis 2009 hatte Nauer für den «Tages-Anzeiger» aus Moskau berichtet, anschliessend aus Berlin.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Karl Kirchhoff (Charly)
    Verstehe nicht, dass man Menschen wie Putin, Trump oder Erdogan verehren kann. Das sind Menschen, welche auf Kosten vieler anderer enormen Reichtum "ergaunert" haben und überhaupt nicht daran interessiert sind, dass es "ihrer" Bevölkerung besser geht. Diese Herren sind in keinster Weise irgendwie sozial engagiert, sondern treten nur zu Propagandazwecken als "Unterstützer" auf. Denen geht es nur darum, ihren Reichtum zu mehren und die Macht zu sichern. Am besten auch noch für die Nachkommen!!
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  • Kommentar von E. Waeden (E. W.)
    Russland ist schon Flächenmässig gross. Es muss also gar nicht Grösse demonstrieren. Putin momentan der klügste Kopf unter sämtlichen Politiker/Innen ist, ruft das natürlich viele Neider auf den Plan.
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  • Kommentar von Dan Custer (NaturundMensch)
    Ich bin froh, dass es hier Menschen gibt, welche nicht in das oft geschürte Negativbild von Russland einstimmen. Wir sollten alles tun, was hilft zur Verständigung und zum Austausch zwischen Menschen überall auf der Welt! Wir wollen doch alle in Frieden leben!
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    1. Antwort von Jacqueline Zwahlen (Jacqueline Zwahlen)
      Ja, man sollte es eigentlich meinen, dass doch alle in Frieden leben wollen. Offenbar ist dem leider nicht so. Schade, dass es nie die Hetzer sind, die dann auch an der Front stehen, wenn es chlöpft.
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