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Italienische Finanzkrise Sanierung von Unicredit: 3 Fragen, 3 Antworten

Legende: Audio «Der Fall Unicredit» abspielen. Laufzeit 1:34 Minuten.
1:34 min, aus HeuteMorgen vom 06.02.2017.

SRF News: Wer soll in die Bank investieren? Auf wen hoffen sie?

Franco Battel, SRF-Korrespondent Italien: Unicredit hofft darauf, auch neue Investoren zu gewinnen, vor allem im Ausland. Italienische Zeitungen spekulieren heute über Geldgeber aus Deutschland und Frankreich. Es werden aber auch Investoren sein, die schon heute Aktien von Unicredit besitzen, die erneut Geld bereitstellen. Um so ihre bisherigen Investitionen zu sichern und weil sie hoffen, dass es Unicredit schafft, die Probleme zu lösen und wieder profitabel zu werden.

Ist das Auftreiben von 13 Milliarden Franken Frischkapital bis März realistisch?

Der Aktienkurs von Unicredit ist in den letzten Monaten gestiegen. Seit der neue Chef von Unicredit, der Franzose Jean Pierre Mustier, die Bank übernommen hat, zeigt der Aktienmarkt ein wohlwollendes Interesse an der grössten Bank Italiens. Das könnte ein Zeichen sein, dass viele tatsächlich davon ausgehen, dass die Kapitalerhöhung gelingt. Sollte die Kapitalerhöhung trotzdem scheitern, könnte die Bank auf Kapital zurückgreifen, das ihr andere Grossbanken, allerdings zu einem hohen Preis, als Garantie angeboten haben.

Auch wenn es Unicredit gelingt, die 13 Milliarden Frischkapital aufzunehmen, ist die Bank noch nicht über dem Berg. Sie hat in ihren Büchern über 50 Milliarden Euro fauler Kredite. Bis dieser Berg abgetragen ist, wird es dauern und dazu sind wahrscheinlich mehr als «nur» diese 13 Milliarden Euro notwendig. Die Sanierung dieser Bank wird Jahre dauern.

Was wären die politischen Auswirkungen in Italien bei einem Scheitern?

Könnte Unicredit die Probleme nicht selber lösen, müsste wohl der Staat eingreifen. Schliesslich ist die Bank für Italiens Wirtschaft überaus wichtig. Doch weil Italien selber hoch verschuldet ist und nötiges Kapital nur über neue Schulden bereitstellen könnte, müsste eine solche Lösung in enger Zusammenarbeit mit Brüssel erarbeitet werden. So wie es derzeit bei der drittgrössten Bank des Landes, Monte dei Paschi, geschieht.

2 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Ich glaube, wir sollten aufhören den Banken Regeln aufzuzwingen, denn die finden immer wieder Wege zu neuen "Abwegen". Dann sollten wir in Zukunft halt die Banken "hopps" gehen lassen. Wir als Kunden können mit etwas Vorsicht unser Geld dort abgeben wo gut gearbeitet wird und natürlich sollten wir nicht alles an einem Haufen horten. Ich bin überzeugt, dass die Banken dann versuchen würden sich gegenseitig mit besseren Strategien zu übertreffen. Versicherung +PK sollen uns einfach Garantien geben
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Die Probleme/Fehlbeträge der Unicredit sind wohl noch höher. Da die Bank nicht gerade klein ist, wird es auch Verbindungen und Verbindlichkeiten zu anderen Instituten geben. Aus Erfahrung weiss man, dass dann der Schaden nicht linear wächst, sondern sich noch gegenseitig hochschaukelt. Da kann man der italienischen Zentralbank und in der Folge der EZB nur gratulieren. Hängen bleiben wird es an Steuerzahlern, wenn kein ökonomisches Wunder eintritt.
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