Sanktionen lassen russische Wirtschaft einbrechen

Russland schlittert in eine Rezession. Dies prognostiziert zumindest der Internationale Währungsfonds. Grund dafür ist die Lage in der Ukraine.

Russische Arbeiter an einem mit kyrilischen Zeichen beschrifteten Rohr. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der IWF sieht auf die russische Industrie schlechte Zeiten zukommen. Reuters

Der Internationale Währungsfonds rechnet wegen der Ukraine-Krise kaum noch mit Wachstum in Russland. Die Sanktionen träfen die russische Wirtschaft, teilte der IWF mit.

Die Experten trauen dem Land in diesem Jahr nur noch ein Wachstum von 0,2 Prozent zu, statt der bislang angenommenen 1,3 Prozent. Die Prognose könnte zudem weiter zurückgenommen werden, sagte IWF-Experte Antonio Spilimbergo.

Kapitalflucht ist das Problem

«Wenn man Rezession definiert als zwei aufeinander folgende Quartale mit negativem Wachstum, dann erfährt Russland aktuell eine Rezession», sagte Spilimbergo weiter.

Zu schaffen machen dürfte Russland die Kapitalflucht: Allein in diesem Jahr könnten 100 Milliarden Dollar aus dem Land abgezogen werden.

USA und EU frieren Konten ein

Die USA hatten kürzlich Genehmigungen für die Ausfuhr von Hochtechnologie-Produkten zurückgenommen, wenn diese vom russischen Militär verwendet werden können. Zudem wurden Strafmassnahmen gegen enge Vertraute von Präsident Wladimir Putin verhängt. Auch die EU hatte Konten weiterer Personen eingefroren.

Der Westen wirft Russland vor, sich nicht um eine Entspannung der Lage im Osten des Nachbarlandes Ukraine zu bemühen. Dort streben Separatisten den Anschluss an Russland an.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Putin weist Anschuldigungen zurück

    Aus Tagesschau vom 30.4.2014

    In der Ostukraine haben prorussische Aktivisten weitere Regierungsgebäude besetzt. Auch in der Hauptstadt Kiew kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Der russische Präsident Wladimir Putin betonte, dass Russland nicht in die Ausschreitungen involviert sei.

  • Pro-russische Separatisten bauen ihre Machtstellung aus

    Aus Tagesschau vom 29.4.2014

    In der Ost-Ukraine halten die Regierungsgegner mittlerweile in rund einem Dutzend Städte öffentliche Gebäude besetzt. Heute wurden Verwaltungsgebäude in Lugansk gestürmt. Ein Ende der Überfälle ist nicht absehbar. Einschätzungen von Christoph Wanner, SRF-Korrespondent in Donetsk