Sanktionen wirken: Putin will eigene Kreditkarte

Visa und Mastercard funktionierten für Russen vorübergehend nicht mehr – jetzt will Moskau ein eigenes Zahlungssystem.

Porträt von Wladimir Putin. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Putin: «Wir müssen unsere Interessen schützen.» Keystone

Wegen der US-Sanktionen gegen russische Unternehmer und die Bank Rossija hat Kremlchef Wladimir Putin ein eigenes Zahlungssystem in Auftrag gegeben.

Zuvor hatten die Kreditkarten-Anbieter Visa und Mastercard im Zusammenhang mit den Zwangsmassnahmen ihre Dienste für russische Banken vorübergehend eingestellt.

Putin drohte den US-Unternehmen mit dem Verlust eines «lukrativen» Marktes. «Wir müssen unsere Interessen schützen und werden dies auch tun.» Japan und China nutzten bereits erfolgreich eigene Systeme, sagte Putin.

Nothilfe für Banken

Die russische Notenbank hat derweil angesichts des Kapitalabzugs von Investoren und der Folgen westlicher Sanktionen eine Stützung der heimischen Banken in Aussicht gestellt.

«Wir sind dazu bereit, alle Standard-Werkzeuge zu nutzen, um unsere Banken mit Liquidität zu versorgen», sagte Zentralbankchefin Elwira Nabiullina.

Finanzminister Anton Siluanow sagte, die Regierung sei bereit, den Banken mit allen Nothilfen unter die Arme zu greifen. Derzeit sei das aber noch nicht erforderlich. Die Nothilfen seien erprobt und bereits in der Finanzkrise 2008/09 eingesetzt worden.

Kapitalabfluss von 70 Milliarden Dollar?

Viele Investoren ziehen sich derzeit aus Russland zurück, weil sie die zunehmende Isolation des Landes verunsichert. Der russische Vizeminister für Wirtschaftsentwicklung, Andrej Klepatsch, rechnet allein im ersten Quartal 2014 mit einem Kapitalabfluss von 70 Milliarden US-Dollar.