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International Schiesserei an kanadischer Schule

Ein Schüler hat an einer Schule in der kanadischen Ortschaft La Loche um sich geschossen, vier Menschen getötet und weitere schwer verletzt. Der mutmassliche Schütze wurde festgenommen. Die meisten Einwohner von La Loche sind indianischer Abstammung.

Mehrere Personen stehen vor einem Gebäude.
Legende: Die Tathintergründe sind noch völlig unklar. Keystone

Schock in Kanada. Eine Schiesserei an einer Schule in La Loche in der kanadischen Provinz Saskatchewan hat vier Tote gefordert. Premierminister Justin Trudeau, der sich vom Weltwirtschaftsforum in Davos aus äusserte, sprach von einem «schrecklichen und tragischen Tag». «Dies ist der Alptraum aller Eltern.» Er nannte keine Hintergründe zur Tat.

Legende: Video Premier Trudeau äussert sein Mitgefühl (engl. Originalton) abspielen. Laufzeit 0:20 Minuten.
Aus News-Clip vom 23.01.2016.

Trudeau sprach zunächst von fünf Toten und zwei Schwerverletzten. Die Polizeichefin Maureen Levy korrigierte später die Zahl der Opfer auf vier.

Nach Angaben von Gemeindebürgermeister Kevin Janvier handelte es sich bei dem mutmasslichen Täter um einen High-School-Schüler. Die Opfer seien Schüler und Angestellte der Schule.

Suche nach weiteren Opfern

Laut der Lokalzeitung «Star Phoenix» tötete der Schütze erst zwei junge Verwandte, bevor er sich zur nahe gelegenen Schule aufmachte. Dort eröffnete er kurz nach Mittag das Feuer.

Polizeisprecherin Maureen Levy bestätigte später, neben der Schule werde auch ein Haus durchsucht. «Habe gerade zwei Leute getötet», soll der junge Mann in einem sozialen Netzwerk nach der ersten Tat geschrieben haben. Das Alter der Opfer nennt Levy nicht. Die Schule besuchen etwa 900 Schüler vom Vorschulalter bis zur zwölften Klasse.

Identitätsverlust und Drogen

Die abgelegene Ortschaft La Loche liegt rund 600 Kilometer nördlich von Saskatoon in der Provinz Saskatchewan. Sie grenzt an ein Gebiet des indigenen Stamms der Clearwater River Dene.

Die Selbstmordrate ist hier überdurchschnittlich hoch. Teil des Problems soll der Verlust kultureller Identität sein: Immer weniger Kinder sprechen die Sprache der hier lebenden Clearwater River Dene Nation. Alkohol und Drogen sind häufig ein Ausweg aus der Depression.

Teddy Clark, Häuptling der Clearwater River Dene Nation, sagte dem Blatt «Star Phoenix»: «Die Gemeinde rückt bei Ereignissen wie diesen normalerweise sehr eng zusammen.» Viele Menschen stünden unter Schock.

Eine der schlimmsten Schiessereien

Schiessereien mit mehreren Toten geschehen in Kanada seltener als in den USA. Das Land hat striktere Waffengesetze als das Nachbarland. Mit vier Toten wäre der Vorfall in La Loche eine schwersten Straftaten der jüngeren kanadischen Vergangenheit. 1989 waren in Montreal an einem College 14 Studenten bei einer Schiesserei ums Leben gekommen.

Der Premierminister der zugehörigen Provinz Saskatchewan, Brad Wall, teilte auf Facebook mit: «Worte können meinen Schock und meine Trauer über diese schrecklichen Ereignisse in La Loche heute nicht ausdrücken.»

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Wieser (Walt)
    Mein herzliches Beileid an die hinterbliebenen der Opfer. Den Hinweis auf striktere Waffengesetze haette man sich ruhig sparen koennen. Natuerlich hat Canada mit ca. 35 mio, Einwohner im Vergleich mit den USA mit ca. 320 mio Einwohner weniger dieser traurigen Vorfaelle. Es sind immer kranke Menschen oder Terroristen die diese Schiessereien durchfuehren. Man sollte den Hebel dort ansetzen anstatt immer ueber die Waffengesetze zu laestern.
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    1. Antwort von Nikolas Wirz (Libertär)
      Ich bin ganz Ihrer Meinung. Selbst im in Sachen Waffengesetzen extrem restriktiven DE hat es schon einen Amoklauf mit Feuerwaffen gegeben und in Frankreich, wo es so gut wie unmöglich ist, als Zivilist an Waffen zu kommen, ermordeten Terroristen mehr als hundert Leute an einem Abend mit Feuerwaffen. Ganz zu schweigen von den hunderten Amokläufen, welche ganz ohne den Gebrauch von Feuerwaffen durchgeführt wurden. Es ist kein Waffenproblem, sondern ein Menschenproblem.
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