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International Schockbilder aus Nordkorea – UNO will eingreifen

Willkürliche Verhaftungen und Gräueltaten in Gefangenenlagern: In Nordkorea werden täglich Menschenrechte gebrochen. Die Vereinten Nationen appellieren an die internationale Gemeinschaft, gegen das Regime vorzugehen.

Es sind schockierende Bilder, die der Präsident des UNO-Ermittlungsausschusses für Nordkorea präsentiert: Er spricht von Folter und unbeschreiblichen Grausamkeiten in den Straflagern des Landes. Hunger und Misshandlungen seien an der Tagesordnung.

Repräsentative Zeugenaussagen

Hinter den Verletzungen der Menschenrechte in dem abgeschotteten kommunistischen Staat stecke System, sagt Michael Kirby vor dem UNO-Menschenrechtsrat in Genf.

Sein Bericht stützt sich auf Aussagen ehemaliger Häftlinge, die jetzt im Ausland leben. Die detaillierten Zeugenaussagen seien repräsentativ für die zahlreichen und systematisch begangenen Menschenrechtsverletzungen. Nun müsse die internationale Gemeinschaft konsequent handeln.

Der UNO-Menschenrechtsrat hatte im vergangen März die Gründung eines Untersuchungsausschusses für Nordkorea beschlossen. Dieser hat die Aufgabe, die im Land systematisch und zahlreich verübten Menschenrechtsverletzungen zu untersuchen, um die Verantwortlichen zu identifizieren.

Legende: Video Rüge für Nordkorea abspielen. Laufzeit 00:24 Minuten.
Aus Tagesschau am Vorabend vom 17.09.2013.

Kirby kritisierte den Mangel an Kooperationsbereitschaft von Seiten der Behörden in Pjöngjang. Die Führung habe nicht auf die Vorwürfe reagiert, sagte Kirby. Zudem habe sie den UNO-Experten den Zugang zu den Lagern verweigert.

«Alles erfunden»

Der Vertreter von Nordkorea bei der UNO wies die Untersuchungsergebnisse der Kommission vollständig zurück. «Dieses Material wurde von feindlichen Kräften und Überläufern erfunden», sagte der Delegierte vor dem Rat. Er warf der Kommission vor, Teil einer Diffamierungskampagne gegen Nordkorea zu sein, die von Japan und der EU geführt und von den Vereinigten Staaten unterstützt werde.

«Machen Sie sich keine Illusionen: Dieser Druck, den die Kommission ausübt, wird nicht die geringste Änderung bewirken. Wir werden uns weiterhin mit allen Mitteln gegen einen Regime-Wechsel wehren», sagte der nordkoreanische Gesandte.

Flüchtling Shin Dong Hyuk

Kirby stützte sich bei seiner Arbeit auch auf die Aussagen des ehemaligen Gefangenen Shin Dong Hyuk. Der junge Mann habe seit seiner Geburt in einem Lager für politische Gefangene gelebt, sich von Nagetieren, Eidechsen und Gras ernährt. Ausserdem habe er der öffentlichen Hinrichtung seiner Mutter und seines Bruders beiwohnen müssen.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von kari huber, surin
    Das ist die Realität. Aber die Grossmächte wollen davon nichts wissen, solange sie am Aufrechterhalten der bestehenden Machtstrukturen interessiert sind. Oder an billigen Arbeitskräften. Solange in unseren westlichen Staaten keine Besinnung auf menschliche Werte stattfindet, ist Nordkorea kein Thema. Spricht denn jemand über die Grausamkeiten gewisser, mächtiger, westlichen Arbeitgeber gegenüber ihren Mitarbeitern. Wer über 45 ist, erlebt Nordkorea in angepasster Form!
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  • Kommentar von S.Frehner, Matzingen
    Altbundesrat Blocher geniesst das Wandern in Nordkorea. Er sagt, dass er schon am Aufschwung in China teilgenommen habe mit 117 Fabriken seit 1980. Im selben Interview nimmt er Nord-Korea in verschiedener Hinsicht in Schutz. Er spricht auch von Nachtessen mit dem nordkoreanischen Aussenministerium, Handelsministerium etc. „Ich war über 30 mal in China aus geschäftlichen Gründen. (...) Eine freie Marktwirtschaft funktioniert auch in einer Diktatur.“ www.kewego.de/video/iLyROoafI36p.html
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  • Kommentar von Jacqueline Gerber, Muri b. Bern
    Das mit den Menschenrechten und mit den Arbeitslagern etc., ist interessierten Zeitgenossen schon lang klar. Es wäre schon längstens an der Zeit gewesen, dort auch einzugreifen. Nahrungsmittelboykotte und anderes geht wieder gegen die Armen, die eh schon nichts mehr haben.
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