Schweiz will weiteren Fifa-Funktionär an die USA ausliefern

Die Schweiz hat die Auslieferung des uruguayischen Fifa-Funktionärs Eugenio Figueredo an die USA bewilligt. Das teilte das Bundesamt für Justiz (BJ) mit. Figueredo hat nun 30 Tage Zeit, um den Entscheid anzufechten.

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Bildlegende: Eugenio Figueredo kann an die USA ausgeliefert werden. Keystone/archiv

Die Schweiz will einen weiteren früheren Fifa-Funktionär an die USA ausliefern. Eugenio Figueredo, ehemaliger Vizepräsident des Südamerikanischen Fussballverbandes und der Fifa war am 27. Mai in Zürich festgenommen worden.

Ihm wird vorgeworfen, beim Verkauf von Marketingrechten für die Copa America der Jahre 2015, 2016, 2019 und 2023 von einem uruguayischen Sportvermarktungsunternehmen Bestechungsgelder in Millionenhöhe angenommen zu haben, wie das Bundesamt für Justiz (BJ) mitteilte.

Damit habe er den Wettbewerb massiv beeinflusst und den Markt verfälscht. Ausserdem soll er in den Jahren 2005 und 2006 mit gefälschten medizinischen Gutachten die US-Staatsbürgerschaft erschlichen haben, hiess es weiter. Beide Sachverhalte seien auch in der Schweiz strafbar. Damit seien sämtliche Voraussetzung für eine Auslieferung erfüllt.

Noch nicht rechtskräftig

Der Auslieferungsentscheid ist noch nicht rechtskräftig. Figueredo hat 30 Tage Zeit, um den Entscheid anzufechten. Der Uruguayer war vor dem Fifa-Kongress in Zürich zusammen mit sechs anderen Fifa-Funktionären festgenommen worden. Er wäre der zweite ehemalige Fifa-Offizielle, der an die USA ausgeliefert werden könnte.

Ein erster Offizieller hatte seiner Auslieferung selber zugestimmt und war Mitte Juli an die USA überstellt worden. Dem ehemaligen Fifa-Vizepräsidenten Jeffrey Webb drohen wegen organisierten Verbrechens, Betrug, Geldwäscherei und Bestechung Haftstrafen von bis zu 20 Jahren, wie das US-Justizdepartement anlässlich der Verhaftung mitgeteilt hatte.

Der in der Schweiz inhaftierte Fifa-Entwicklungsmanager Julio Rocha hatte Mitte August seiner Auslieferung an Nicaragua zugestimmt.

Die USA haben im grössten Skandal in der mehr als hundertjährigen Geschichte des Weltfussballverbandes bislang Anklage gegen neun Fifa-Vertreter und fünf Führungskräfte von Sportmedien und Vermarktungsunternehmen erhoben. Am Montag hatte die US-amerikanische Justizministerin Loretta Lynch die Schweiz besucht und mit dem Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber den Fall besprochen. Dabei stellte sie weitere Strafanzeigen in Aussicht.