Schwerste Kämpfe zwischen Israel und Hamas seit Jahren

Israel hat die Angriffe auf den Gazastreifen auch in der Nacht fortgesetzt. Insgesamt wurden mehr als 100 Luftangriffe gezählt. Auch die Palästinenser feuerten Raketen in Richtung Israel ab. Mindestens drei Israelis sind dabei ums Leben gekommen.

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Kritische Situation im Gazastreifen

3:07 min, aus Tagesschau am Mittag vom 15.11.2012

Die palästinensische Nachrichtenagentur Safa berichtete, seit Beginn der Militäroperation am Mittwoch seien 13 Palästinenser getötet und mehr als 100 verletzt worden. Unter den Toten waren den Angaben zufolge auch zwei Kinder und eine schwangere Frau.

Eine soeben abgefeuerte Rakete steigt auf. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Aus dem Gazastreifen werden seit Tagen immer wieder Raketen auf Israel abgefeuert. reuters

Umgekehrt seien aus dem Gazastreifen über 80 Raketen und Granaten auf israelisches Gebiet abgefeuert worden, erklärte die israelische Polizei. Mindestens drei Menschen wurden getötet. Ein vierstöckiges Wohnhaus in dem Ort Kiriat Malachi habe einen Volltreffer erhalten. Weitere Verletzte mussten unter Trümmern geborgen haben, wie ein Polizeisprecher weiter sagte.

Auf beiden Seiten suchten Bewohner Schutz vor den schwersten Angriffen seit Jahren, die in ihrer Intensität an den Beginn des Gaza-Krieges 2008 erinnerten.

Bodenoffensive nicht auszuschliessen

Am Mittwoch hatte Israel den Hamas-Militärchef Ahmed al-Dschaabari gezielt getötet und angekündigt, die Angriffe auf den Gazastreifen noch auszuweiten. Vorausgegangen war seit Tagen anhaltender Beschuss Israels aus dem von der radikal-islamischen Hamas beherrschten Küstengebiet am Mittelmeer.

Die israelische Militäroperation gegen militante Palästinenser im Gazastreifen kann nach Worten von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu im Bedarfsfall sogar noch ausgeweitet werden. Auch im Morgengrauen waren entsprechend in Gaza City Explosionen zu hören.

Das israelische Militär erklärte, alle Optionen lägen auf dem Tisch. Die Streitkräfte teilten mit, Bodentruppen stünden auch für einen Einmarsch bereit, sollte der Befehl gegeben werden.