Singapur schnappt nach Luft

Der Stadtstaat Singapur erlebt derzeit die schlimmste Luftverschmutzung seit 16 Jahren. Der Grund sind brennende Wälder auf der Insel Sumatra. Der Wind schiebt die dichten Rauchwolken über Singapur. Die Lage ist ernst: Die Schadstoffgrenze ist längst überschritten.

Waldbrände auf der indonesischen Insel Sumatra drücken derzeit dichte Rauchwolken über weite Teile Malaysias und die Millionen-Metropole Singapur. Die Folge: Die Luftverschmutzung in Singapur hat den Rekord von 1997 geknackt. Auf der sogenannten PSI-Skala lag der Wert um vier Uhr morgens bei 111. Bei einem Wert über 101 wird die Schadstoffbelastung als ungesund eingestuft.

Viele der fünf Millionen Einwohner klagen über Atembeschwerden. Die Behörden raten den Menschen, so wenig wie möglich nach Draussen zu gehen – die Luft einzuatmen sei ungesund.

Über 100 Brände auf Sumatra

Singapurs Umweltminister hat Indonesien unterdessen Hilfe bei der Brandbekämpfung angeboten. Denn Rauchwolken aus Sumatra sind für Singapur nichts Neues: indonesische Bauern versuchen oft, mit selbst gelegten Feuern Land billig zu roden.

Durch die Waldrodungen sinkt der Wasserspiegel in den sogenannten Torfmoorböden rapide. Damit geraten sie auch später leicht in Brand. Derzeit sind auf Satellitenbildern mindestens 113 Brände in Sumatra zu sehen.