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Skurrile Staatsgeschenke Diplomatische Kuriositäten: Vom Sachbuch bis zum Kamel

Staatsgeschenke gehören zur Diplomatie wie Händedrücke und Symbolpolitik. Immer wieder fragt man sich jedoch, welche Gedanken hinter manchen diplomatischen Gaben steckten. Es folgen zehn Staatsgeschenke, die in der Vergangenheit für Aufsehen sorgten.

Sachbuch für US-Handelsbeauftragten

Gestern reiste Bundespräsident Guy Parmelin für Zollverhandlungen mit dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer in die USA. Als Geschenk dabei: ein Sachbuch zur Schweizer Verfassungsgeschichte. Gegenüber 20 Minuten erklärte Urs Wiedmer, Medienchef von Parmelin, dass Greer kürzlich «Interesse an der Schweizer Verfassungsgeschichte gezeigt» habe. Materiell bescheiden, diplomatisch aufmerksam – ganz schweizerisch eben.

Von wegen schweizerische Bescheidenheit

Schon im letzten Jahr empfing US-Präsident Trump eine Delegation von Schweizer Wirtschaftsführern im Weissen Haus. Auch dort war der Anlass der andauernde Zollstreit zwischen der Schweiz und den USA. Als Geschenke überreichte die Delegation Trump eine Rolex-Uhr und einen gravierten Goldbarren.

Kleines Kamel, grosses Missverständnis

Als Dank für die Befreiung Timbuktus im Jahr 2013 schenkte die Regierung Malis dem damaligen französischen Präsidenten François Hollande ein junges Kamel. Da das Kamel verständlicherweise nicht in den Gärten des Élysée unterkommen konnte, liess Hollande das Kamel in der Obhut einer malischen Familie. Die Familie hatte jedoch etwas missverstanden. Sie schlachtete das Kamel wenige Monate später und verarbeitete es zu einem Ragout.

Gruppe von Menschen steht neben einem Kamel in traditioneller Kleidung.
Legende: Angesichts der Hungersnot, die damals in der Region um Timbuktu herrschte, überraschte es manche Beobachter wenig, dass das Kamel des französischen Präsidenten später geschlachtet wurde. IMAGO / ABACAPRESS

Krokodil-Versicherung

Ein besonders originelles Geschenk erhielt Barack Obama aus dem australischen Northern Territory: eine Versicherung gegen Krokodilangriffe. Die Police hätte bei einem Krokodilangriff auf den Präsidenten 50'000 Dollar bezahlt. Der materielle Nutzen war gering, der Unterhaltungswert umso höher – ein Präsent, das vor allem Australiens Humor unter Beweis stellte.

Panda-Diplomatie

China setzt seit Jahrzehnten auf Pandas als diplomatische Eisbrecher. Ob als Geschenk oder Leihgabe: Die flauschigen Botschafter sollen Sympathien wecken und politische Nähe signalisieren – Soft Power mit Knopfaugen.

Zwei Pandabären, die im Gras stehen.
Legende: Die Pandas Ling-Ling und Hsing-Hsing wurden 1972 nach dem China-Besuch vom ehemaligen US-Präsidenten Richard Nixon als Geschenk nach Washington geschickt. Getty Images / Bettmann

Ein fliegender Palast

Ein besonders opulentes Geschenk erhielt Donald Trump aus Katar: eine Boeing 747 im Wert von rund 400 Millionen Dollar, gedacht als temporäre Air Force One. Das Geschenk stiess auf eine Menge Kritik, Trump selbst sprach hingegen von einer «grossartigen Geste».

Rollschuhe

Im Jahr 2008 setzte der niederländische Premier Jan Peter Balkenende auf Humor: Er schenkte George W. Bush ein Paar Rollschuhe samt Schutzausrüstung sowie traditionelle Holzclogs mit aufgemalten Windmühlen. Ein Geschenk mit Heimatbezug – wohl eher augenzwinkernd als staatstragend.

Handschriftliche Gedichte von Hermann Hesse

Ueli Maurer erhielt einst von Wladimir Putin handschriftliche Gedichte von Hermann Hesse, die der Autor in seiner Tessiner Wahlheimat verfasst hatte. Das literarische Geschenk verweist auf Putins ausgeprägtes Interesse an der deutschsprachigen Kultur – und dürfte kaum zufällig gewählt worden sein.

Falsche DVDs

Beim Treffen von Barack Obama und Gordon Brown 2009 wurde Diplomatie zur Technikfrage: Obama schenkte dem britischen Premier eine DVD‑Box mit amerikanischen Filmklassikern – leider im US‑Regionencode und damit in Grossbritannien unbrauchbar. Browns Gegengaben waren deutlich passender: Churchill‑Biografien und ein Stifthalter aus dem Holz eines historischen britischen Schiffs.

Heute Morgen, 30.6.2026, 6:30 Uhr ; 

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