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International Sloweniens Kampf gegen den Rettungsschirm

Betrachtet man die nackten Zahlen, gehört Slowenien nicht zu den schlimmsten Schuldensündern der Eurozone. Grösstes Problem des kleinen Landes sind die Banken, die auf faulen Krediten in Milliardenhöhe sitzen. Sie machen das Land zum Kandidaten für ein Rettungspaket. Doch die Regierung will nicht.

Sloweniens Regierungschefin Alenka Bratusek und Finanzminister Uros Cufer.
Legende: Mit aller Macht gegen die Krise: Sloweniens Regierungschefin Alenka Bratusek und Finanzminister Uros Cufer. Reuters

Slowenien hat ein Reformprogramm vorgestellt, das es in sich hat. Das krisengeplagte Euro-Land stellt insgesamt 15 Staatsunternehmen zum Verkauf – darunter die zweitgrösste Bank des Landes, den grössten Telekom-Konzern und 13 kleinere Unternehmen. Auch ein Verkauf der Fluggesellschaft Adria Airways sei möglich, sagte Finanzminister Uros Cufer. 

Regierungschefin Alenka Bratusek kündigte zudem die Erhöhung der Mehrwertsteuer von 20 auf 22 Prozent an. Mit den Gewerkschaften werde über Lohnkürzungen im Staatsdienst verhandelt. «Dieses Programm wird es Slowenien erlauben, weiter ein völlig souveräner Staat zu bleiben», sagte Bratusek. Mit dem Vorhaben hofft die Regierung, gut eine Milliarde Euro einzusparen.

Faule Kredite bei den Banken

Slowenien ist im Vergleich zur Wirtschaftsleistung zwar nicht so hoch verschuldet wie andere Eurostaaten. Grösstes Problem des Landes aber sind seine Banken. Sie sitzen auf faulen Krediten in Höhe von sieben Milliarden Euro. Der grösste Teil davon liegt bei staatlichen Instituten.

Wegen der maroden Banken gilt das Land schon länger als Kandidat für ein internationales Rettungspaket. Die Regierung will das um jeden Preis verhindern.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    Das Haushaltsdef beläuft sich auf 4,6% (anstatt 3,0%) wie die Vorgabe der EU lautet. Die Staatsverschuldung auf 53,3% des BIP im Jahre 2012. Das zeigt klar auf, die Banken haben offenbar auf die Bonds der südl. EU-Länder gesetzt, welche heute nur noch Ramsch-Status haben. Wie ich schon früher beschrieb, das Casino geht aber weiter und zwar durchaus von EZB und den EU-Staaten gewollt. Die Leidtragenden sich die Bürger und ein völlig abgezocktes Bankensystem. Aber abgezockt von der EU.
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  • Kommentar von Urs Keller, Binningen
    Hansi Dragoner, Drachenstein, natürlich müssten die südlichen Schuldenstaaten bei einem geordneten Austritt mit einer alternativ oder sekundär Währung einen Schuldenschnitt von min. 50 % vornehmen, den die Banken tragen müssten, denn nur so könnten sich die Schuldenstaaten aus der Stagflation lösen und mit Hilfe der anderen EU Staaten behutsam aufgerichtet werden. Die Fahnen stehen auf Sturm und je länger man die Probleme vor sich her schiebt um so sicherer ist der Crash. m.f.G.
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  • Kommentar von Hansi Dragoner, Drachenstein
    Bei Austritt aus EU oder EURO, die Schulden bleiben zunächst mal. Mit nationaler Währung die wertlos wäre: Es gäbe einen Staatsbankrott und Bankenpleiten ohne Ende im Land, für internationale Investoren wäre ein solches Land keinen Pfifferling mehr wert, die Malaise würde nur noch dramatischer. Drum bleiben eben diese Länder in der EU oder im EURO, da zerfällt nichts. Siehe Fall Griechenland oder Zypern oder Irland. Manche hätten es gerne gesehen, wenn letztere den € aufgegeben hätten.
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