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International Snowden will Asyl in Russland, die USA sind verstimmt

Seit fast drei Wochen sitzt Edward Snowden im Moskauer Flughafen Scheremetjewo fest. Drei Wochen war er unsichtbar. Bis heute – Snowden traf sich mit Menschenrechtlern und Juristen. Und kündigte an: Er wolle in Russland Asyl. Vorübergehend.

Legende: Video SRF-Korrespondent: «Snowden hatte gar keine andere Wahl» abspielen. Laufzeit 02:03 Minuten.
Aus Tagesschau vom 12.07.2013.

Vor knapp drei Wochen ist Edward Snowden in Moskau angekommen. Zu Gesicht bekommen hat ihn dort keiner seither.

Dafür schossen die Gerüchte ins Kraut. Mal hiess es, er sei auf dem Weg nach Kuba. Oder: Snowden habe ein Angebot Venezuelas für politisches Asyl angenommen. Nichts davon stellte sich später als richtig heraus.

Heute hat sich Edward Snowden zum ersten Mal seit seiner Ankunft in Russland wieder gezeigt. Und kündigte gemäss der russischen Staatsagentur Ria Nowosti an: Er wolle in Russland einen Antrag auf politisches Asyl stellen. Den entsprechenden Antrag habe Snowden unterschrieben, sagte ein Anwalt.

Grund für den Antrag sei, dass Snowden nicht ausreisen könne, zitierte die Agentur Interfax später Tanja Lokschina von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. Snowdens endgültiges Ziel bleibe weiterhin Lateinamerika.

Ein Angebot unter Bedingungen

Snowden traf sich mit Menschenrechtlern und russischen Juristen. Stattgefunden hat das Treffen im Transitbereich des Flughafens Scheremetjewo. Snowden sei beim Verlassen seines Hotelzimmers von Sicherheitsleuten begleitet worden, berichteten Augenzeugen. Medienvertreter waren nicht dabei.

Kremlchef Wladimir Putin hatte Snowden am 1. Juli Asyl angeboten – allerdings nur unter der Bedingung, dass Snowden aufhöre, den USA Schaden zuzufügen. Einen Tag später sagte ein Sprecher Putins, Snowden habe das Angebot abgelehnt.

Erinnerungen an Bradley Manning

Für Snowden steht viel auf dem Spiel. Die USA jagen ihn wegen Geheimnisverrats. Das könnte bedeuten: eine jahrelange Haftstrafe.

Der Fall erinnert an Bradley Manning. Der US-Soldat spielte der Enthüllungsplattform Wikileaks militärische Dokumente zu. Im Mai 2010 wurde er verhaftet, seither sitzt er im Gefängnis, offenbar immer wieder in Einzelhaft.

IT-Spezialist Snowden hatte Dokumente über geheime Überwachungsprogramme des US-Geheimdienstes NSA an Medien weitergegeben. Ausserdem enthüllte er ein umfangreiches britisches Spähprogramm.

In den vergangenen Tagen hat er zahlreiche Länder um Asyl gebeten. Bei diversen Ländern ist er abgeblitzt – einzig in Südamerika stiess er bisher auf offene Ohren.

Verstimmung in Washington

Die USA reagierten prompt auf den Asylantrag Snowdens. Sie drohten mit einer Verschlechterung der Beziehungen. Man fordere weiter seine Ausweisung, sagte ein Regierungssprecher. Politisches Asyl durch Moskau sei «unvereinbar mit der russischen Versicherung, keine Verschlechterung der Beziehungen durch Snowden zu wollen».

Gleichzeitig reichten die USA die Hand, in dem die Spionageaffäre wieder zur Chefsache im amerikanisch-russischen Verhältnis erklärt wurde. So wollte US-Präsident Barack Obama noch am Freitag mit seinem russischen Amtskollegen Putin wegen des Falls telefonieren.

#Snowden bei Twitter

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller, Kölliken
    Eigentlich ist doch alles schon längst "kalter Kaffee". Was im Netz (WWW) ist, ist einsehbar und es wird von diversen Geheimdiensten systematisch gemacht. - Daran müssen wir uns nun halt gewöhnen. - Trauen kann man wirklich niemandem mehr, denn der Daten-Missbrauch lässt sich letztlich fast gar nicht mehr kontrollieren. - Womöglich können wir am Ende des e-Mails, "Kopie zur Kenntnis an:....... wie bisher immer!" (smile)
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    1. Antwort von P. Fahrni, Bern
      Bitte geben Sie mir Ihren Namen, Ihre Adresse, Ihre Telefonnummer, Ihr Geburtstagsdatum, Ihre Bankverbindung, Ihr Bankpasswort um die Glaubwürdigkeit Ihrer Aussage zu bestätigen.
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  • Kommentar von JP.Simon, Nietzscheaner, Bern
    Es waren in Nazi-Deutschland wenige gewesen, die nicht dem ehemaligen Männerheim-Bewohner von Wien mit strammer Uniform nach gerannt sind, gar seine Stiefel leckten. Aber immerhin es waren einige gewesen. Auch Amerika muss dereinst um Leute wie Snowden froh sein, einige von ihnen in den eigenen Reihen zu wissen, sollte der immense Druck einer korrupten Politik in Washington zur einer Unerträglichkeit Bahn brechen.
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  • Kommentar von Andre Piquerez, ebikon
    Snowden hätte in China bleiben müssen...bei den Gelben wäre er doch am sichersten gewesen, die hätten ihm sicher Asyl gewährt...die Chinesen sind doch eigentlich die grössten Rivalen der USA (oder auch nicht...)
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