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Worte oder Waffen So könnte es für Venezuela weiter gehen

Massenproteste in der Hauptstadt Caracas.
Legende: Ein Land am Scheideweg: Wohin das Land steuert, ist nach wie vor unklar. Reuters

Maduro lenkt ein: So lange das Militär Präsident Nicolás Maduro noch stützt, ist unwahrscheinlich, dass der Präsident dem oppositionellen Ruf nach Neuwahlen nachgibt. Der sozialistische Präsident hat Milizen bewaffnen lassen, nennt die Gegendemonstranten «Terroristen». Er will eine verfassungsgebende Versammlung des Volkes – damit würde er aber vor allem Zeit gewinnen.

Proteste in Caracas
Legende: Die prekäre Sicherheitslage als Rechtfertigung für kompromissloses Durchgreifen? Ein mögliches Szenario. Reuters

Offene Diktatur: Um die Macht zu retten, verschärft die Regierung weiter die Gangart und lässt Anführer der Opposition verhaften. Wie schon bei Leopoldo López 2014 könnte sie das angebliche Anstacheln zu blutigen Protesten als Vorwand nehmen. Das könnte Bürgerkrieg bedeuten. Frühestens Ende 2018 würde ein neuer Präsident gewählt.

Opposition wird müde: Seit April demonstriert das Bündnis «Tisch der demokratischen Einheit», das im Parlament die Mehrheit hat. Dieses ist aber wirkungslos. Nach über 30 Toten und viel Repression könnte der Protest wie 2014 abflauen – doch die Situation ist aufgeheizt, auch eine Spaltung in militanten und friedlichen Protest ist möglich.

Papst Franziskus spricht in Rom.
Legende: Franziskus' Worte haben in Venezuela grosses Gewicht. Reuters

Der Papst schaltet sich ein: Schon in der Vergangenheit vermittelte der Vatikan, aber erfolglos – 96 Prozent der Venezolaner sind Katholiken. Nun macht sich Papst Franziskus für eine erneute Vermittlungsoffensive stark. Eine Lösung könnten vorgezogene Wahlen sein. Da die Sozialisten aber hier eine Niederlage fürchten müssen, scheint das unwahrscheinlich.

Druck von Aussen: Einfluss auf Maduro haben Verbündete wie China, Iran, Russland und Bolivien. Könnten sie ihn zu einem Zugehen auf die Opposition bewegen, womöglich mit einer Regierung der nationalen Einheit, könnte das die Lage befrieden. Allerdings sind beide Seiten bisher nicht auf Kompromisse aus – Maduro will den Sozialismus verteidigen.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Ulrich Groeschel (Ulrich Groeschel)
    Die USA mit Präsident Trump könnten Druck ausüben und kein Öl mehr in Venezuela kaufen. Das mittelschwere Erdöl mim hohen Schwefelanteil kann nämlich nicht überall verarbeitet werden. Auch eine Blockade Venezuelas würde Maduro stürzen. Wahlen sehe ich nicht. Es muss also Druck von Außen kommen.
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  • Kommentar von Oliver Schmid (Oliver Schmid)
    Das Militär wird Maduro nicht stürzen. Die Militärs verdienen alle gutes Geld mit Drogenhandel und das können sie nicht mehr, wenn die Opposition an die Macht kommt. Es kann also nur durch Druck von aussen kommen, aber solange diese China, Iran und Russland sind, wird auch nichts passieren. Auch diese Länder haben bisher vom Regime profitiert durch Oel- und Rohstoff Deals.
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  • Kommentar von Bruno Vogt (bru.vogt)
    "Eine Lösung könnten vorgezogene Wahlen sein. Da die Sozialisten aber hier eine Niederlage fürchten müssen, scheint das unwahrscheinlich." Wahlen die es so oder so hätte geben sollen, hätte Maduro letztes Jahr wie von der Verfassung vorgesehen ein Referendum über seine Präsidentschaft erlaubt. Da dies jedoch nicht möglich war und die Militärjunta mit unterstützung Kubas fest im Sattel sitzen, bleibt leider nur weiteres Blutvergiessen und leiden, bis sich ein Teil der Armee gegen Maduro stellt.
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