Social-Media-Kanäle wollen IS die Stirn bieten

Bisher nutzten die radikal-islamischen Milizen zur Verbreitung ihrer Videos Twitter, Facebook und Co – ohne dort auf Widerspruch zu treffen. Mit der Ermordung des US-Journalisten Foley haben sie nun für die Macher der Netzwerke aber die rote Linie überschritten.

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Social-Media-Kanäle kämpfen gegen IS

1:38 min, aus Tagesschau vom 6.9.2014

Die Grausamkeiten des Terrornetzwerks «Islamischer Staat» schockieren weltweit. Ganz gezielt nutzt der IS moderne Mittel für seine Propaganda-Zwecke. Mit IT-Spezialisten und professionellen PR-Medien-Agenturen produziert der IS Hochglanzvideos. Mal den brutalen Krieg im Stil eines Computergames – ein andermal die IS-Terroristen als Wohltäter in einer heilen Welt.

Doch am Ende geht es dem IS darum, die Welt zu schocken – Angst und Schrecken zu verbreiten. So geschah die grausame Enthauptung des amerikanischen Journalisten James Foley vor einem Millionenpublikum.

Das Video verbreitete sich über Social Media rasend schnell. Die sozialen Netzwerke gaben sich zunächst machtlos. Nun aber wollen Youtube, Twitter und Facebook reagieren und die Videos blockieren.

Das Gegenteil von gut ist gut gemeint

Ein Novum, das unter Experten nicht unumstritten ist. «Diese Löschaktion, ist de facto die erste grosse Zensur im Internet», sagt SRF-Social Media-Redaktor Konrad Weber. Viele würden das zwar unterstützen, doch längst nicht alle begrüssten diese Entwicklung.

Und der Nutzen ist in der Tat fraglich, denn die Kriegstreiber sind schnell – täglich eröffnen sie 2000 neue Benutzerkonten. Die Folge: Die grossangelegte Löschaktion ist zwar gut gemeint, aber bisher nicht sonderlich wirkungsvoll.